6:4 gegen Bingen: Kolbermoor gewinnt Schlüsselspiel
SV DJK Kolbermoor – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim 6:4
Der SV DJK Kolbermoor ist nach dem knappen Heimerfolg am Freitagabend gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim in einer guten, spannenden Bundesligapartie weiter aussichtsreich im Geschäft in Hinblick auf einen Play-off-Platz. Für die Rheinhessen dürfte es dagegen nun sehr schwer werden, in der Endabrechnung noch den vierten Tabellenplatz zu ergattern, auch wenn bis dahin noch einige Zeit ins Land ziehen wird. Im Moment sieht es eher danach aus, dass die Teams aus Kolbermoor und Weinheim Rang vier untereinander ausmachen werden.
Der Gastgeber hatte Annett Kaufmann, Huang Yu-Chiao, Rückrunden-Neuzugang Alina Zavarykina, die junge Lisa Wang sowie – nur für das Doppel – Tijana Jokic aufgeboten, während Bingen ohne asiatische Spielerin angereist war und auf das Quartett vom Weil-Spiel, also Lea Rakovac, Shi Qi, Elena Kuzmina und Karolina Mynarova, setzte.
In den Doppeln ging man mit einem 1:1 auseinander: Kaufmann/Zavarykina hatten wenig Mühe mit Shi/Mynarova (3:0), während Rakovac/Kuzmina in fünf umkämpften Sätzen gegen Huang/Jokic für die Gäste punkten konnten. Im ersten Durchgang vorne dann Kolbermoor sehr überzeugend: Sowohl Annet Kaufmann (gegen Shi Qi) als auch Huang Yu-Chiao (gegen Lea Rakovac) ließen nichts anbrennen und zogen ihre Matches jeweils mit 3:0 durch. Im hinteren Paarkreuz hatte jedoch das Team aus Rheinland-Pfalz zunächst Vorteile und konnte ausgleichen: Etwas überraschend besiegte Karolina Mynarova die Russin Alina Zavarykina in fünf Sätzen, während die erfahrene Elena Kuzmina einen 3:1-Erfolg über Kolbermoors „Nesthäkchen“ Lisa Wang verbuchte. Bis dahin ließ sich überhaupt noch nicht absehen, welche Mannschaft am Ende die Nase vorn haben würde.
Würde Kolbermoor nun im Spitzenpaarkreuz wieder vorlegen und auf 5:3 davonziehen? Nein, lediglich die an diesem Abend absolut überzeugende Annett Kaufmann konnte sich, mit einem letztlich vollkommen ungefährdeten 3:1 gegen Lea Rakovac, abermals erfolgreich in Szene setzen. Die Taiwanerin Huang Yu-Chiao aber musste ein wenig überraschend nach einer Viersatz-Niederlage Shi Qi gratulieren. 4:4 – nun musste das hintere Paarkreuz die Entscheidung bringen, wo Bingen ja im ersten Durchgang sehr gut ausgesehen hatte. Doch nun wendete sich das Blatt zugunsten der Oberbayern. Alina Zavarykina, deren Einsatz mit je einem Sieg im Doppel und Einzel ein guter Schachzug war, gewann das russische Duell mit Elena Kuzmina in vier Durchgängen und die 16-jährige Lisa Wang präsentierte sich nun auch sehr überzeugend und mit dichtem Defensivriegel, wobei Karolina Mynarova sicher auch keine „Abwehrkillerin“ ist. Dennoch war es ein spannendes, enges Match, das mit 3:1 (11:7, 12:10, 9:11, 11:9) an die deutsche Jugendnationalspielerin zum von den Fans umjubelten Kolbermoorer Sieg ging.
Der SV DJK Kolbermoor bleibt Tabellenvierter und hat vor der Partie am Sonntag in Weil 7:9 Punkte auf dem Konto. Bingen muss Weinheim vorbeiziehen lassen, fällt mit 5:11 Zählern auf Platz sechs zurück und steht am Sonntag in Dachau unter Siegzwang, da ansonsten wohl der Play-off-Zug abgefahren ist.
Zum Spiel haben wir diesmal Kolbermoors Co-Trainer und Vorstandsmitglied Florian Wiesener befragt. „Ein umkämpftes Spiel mit dem besseren Ende für uns“, konstatierte Wiesener erleichtert. „Insgesamt war das heute eine geschlossene Teamleistung. Die zwei Punkte, besonders gegen direkte Konkurrenten, sind im engen Rennen um die Play-off-Plätze natürlich wichtig für uns, aber bis zum Hauptrundenende ist noch viel Zeit.“ Wiesener lässt das unterhaltsame Spiel Revue passieren und analysiert die Leistungen der Kolbermoorer Spielerinnen. „Annett war heute wieder mal in starker Verfassung und konnte beide Einzel souverän gewinnen sowie mit Alina das Doppel siegreich gestalten. Yu-Chiao war gegen Lea Rakovac in vielen Phasen spielbestimmend und machte in den entscheidenden Momenten der Sätze die Punkte, was in den 3:0-Sieg mündete. Auch das untere Paarkreuz, bestehend aus Alina und Lisa, zeigte, besonders im zweiten Einzel-Durchgang, eine starke Leistung. Trotz des knappen Zwischenstands von 4:4 behielten sie die Nerven und konnten beide Spiele für sich entscheiden.“ Nun muss man nach Weil und ist vorsichtig optimistisch: „Nach dem heutigen Sieg gehen wir gestärkt in das Spiel am Sonntag gegen Weil und wissen dennoch um die Schwierigkeit des bevorstehenden Spiels.“
Inzwischen hat uns noch ein Kommentar von Bingens Cheftrainer Peter Engel erreicht, den wir den Lesern nicht vorenthalten möchten: „Bei unseren Spielen merkt man deutlich, wie sehr uns eine Spitzenspielerin fehlt. Gerechtes 1:1 nach den Doppeln, wobei Annett sehr gut gespielt hat mit einer unglaublichen Vorhandquote. In den ersten Einzeln waren wir relativ chancenlos. Rakovac konnte sich an den jeweiligen Satzenden nicht durchsetzen und Shi Qi wurde von Kaufmann einfach weggespielt. Nach der Pause kam das untere Paarkreuz, wo wir im ersten Durchgang überraschend gut gespielt haben. Kuzmina konnte mit größter Mühe, im Gegensatz zum Hinspiel, gegen Wang gewinnen und auch Mynarova konnte mit ihrem Erfolg über Zavarykina überraschen. Danach im oberen Paarkreuz wieder Annett ohne große Mühe gegen Rakovac und Shi Qi konnte positiv mit ihrem Erfolg über Huang überraschen. Eigentlich hatte ich uns jetzt im letzten Durchgang favorisiert gesehen, aber es kam alles anders. Kuzmina konnte ihre Leistung aus dem ersten Durchgang nicht wiederholen und Mynarova hatte gegen Lisa Wang ihre Nerven nicht unter Kontrolle. Alles in allem kann man feststellen, dass wir erneut unsere Chancen nicht ausreichend nutzen können.“
Die übrigen Partien des Wochenendes: ESV Weil – TSV Dachau 65 (Samstag, 14 Uhr); TSV Dachau 65 – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim; ESV Weil – SV DJK Kolbermoor (beide Sonntag, 14 Uhr).
Beitragsbild oben: Teamfoto Kolbermoor, Saison 2025/26 – hier noch mit Qianhong Gotsch und ohne Alina Zavarykina (Fotocredit: SV DJK Kolbermoor).
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