Rekordmeister Berlin kommt: Bundesliga-Topspiel am Freitag in Langstadt

Von Stephan Roscher|Dezember 11, 2025|bundesliga

Freitag, 18.30 Uhr: TSV Langstadt – ttc berlin eastside

Bislang lief alles absolut reibungslos in dieser Saison für den ranghöchsten hessischen Klub im Damen-Tischtennis. Doch die Fans bekamen noch gar nicht allzu viel davon mit und konnten ihre Lieblinge erst einmal in heimischen Gefilden bewundern. Dies wird sich am Freitagabend ändern, wenn der amtierende Champions-League-Sieger Berlin zum Spitzenspiel nach Südhessen kommt.

Viermal ging der TSV Langstadt bisher an die Tische, vier Siege wurden verbucht, damit ist man aktueller Spitzenreiter. Jeweils mit 6:1 gewann man in Bingen und Weinheim, enger ging es beim Tabellenschlusslicht Weil zu – die Südbadenerinnen sind nicht unbedingt der Lieblingsgegner von Mantz und Co. -, wo man „nur“ mit 6:4 die Oberhand behielt. Zwischendrin ein überzeugendes 6:3 gegen Kolbermoor vor fast 200 Zuschauern in der Eckehard-Colmar-Halle – der bisher einzige Heimauftritt der Saison, und auch das ist schon wieder beinahe sechs Wochen her.

„FC Bayern des Damen-Tischtennis“ will auch im Topspiel nichts anbrennen lassen

Und nun kommt Berlin, das letzte Saison Europas Königsklasse sowie den nationalen Pokalwettbewerb gewann. Der Rekordmeister will diese Saison auch in Sachen Meisterschaft nichts anbrennen lassen und ist mit verstärkter Mannschaft unterwegs, die in der Rückrunde weiteren hochkarätigen Zuwachs erhalten dürfte. Man spricht ganz offen davon, dass es mit dem Triple nur ein Saisonziel geben kann. Das ist keinesfalls unrealistisch, zumal man bereits wieder mit zwei klaren Siegen gegen namhafte Gegner in die Champions League gestartet ist und beim Pokalturnier am 10./11. Januar in Kolbermoor gewiss eine bärenstarke Formation aufbieten wird. Es wäre das fünfte Triple der Vereinsgeschichte des „FC Bayern des Damen-Tischtennis“ nach 2014, 2016, 2017 und 2021 und zudem die elfte nationale Meisterschaft des ttc berlin eastside..

Auf dem Weg nach ganz oben will man sich von nichts und niemandem aufhalten lassen – auch nicht vom TSV Langstadt. Der Hauptstadtklub ist bestrebt, so schnell wie möglich die erforderlichen Punkte für den Einzug in die Play-offs unter Dach und Fach zu bringen, der ab dieser Saison nur noch den vier Besten der Punktrunde vorbehalten ist. Nicht zuletzt, um dies abhaken und sich voll und ganz auf die übrigen Wettbewerbe, insbesondere die Königsklasse, fokussieren zu können.

Man hatte bisher drei Bundesliga-Einsätze in der laufenden Spielzeit und verließ dreimal die Halle als Gewinner. Dachau wurde zum Saisonauftakt mit 6:2 abgefertigt, in Kolbermoor war man mit 6:3 erfolgreich und in Weil tat man sich, ebenso wie die Langstädterinnen, etwas schwer und siegte mit 6:4. Macht summa summarum 6:0 Punkte und Platz zwei, direkt hinter den Langstädterinnen, die mit 8:0 zumindest derzeit noch ganz oben thronen. Am Freitag treffen folglich die einzigen beiden verlustpunktfreien Teams aufeinander und mindestens eines wird nach dem brisanten Duell nicht mehr verlustpunktfrei sein – so viel steht fest.

In der aktuellen Vorrunden-Konstellation kann Berlin bereits auf zahlreiche namhafte, starke Spielerinnen zurückgreifen. Die 19-jährige japanische Defensivspielerin Yuka Kaneyoshi hat zwar erst einmal gespielt, weilte zuletzt aber in Berlin und könnte zur Verfügung stehen. Vom japanischen Verband wird sie aufgrund ihres Spielsystems nur mäßig gefördert, ist aber extrem stark und in der Bundesliga kaum zu bezwingen. Vielleicht hätte Orawan Parang eine Chance, ob die Thailänderin aber spielt, wissen wir nicht. Nina Mittelham, lange Deutschlands Nummer eins, dann durch eine langwierige Verletzung zurückgeworfen, jedoch längst wieder im Aufwind, ist die Nummer zwei. Die Polin Natalia Bajor, die in der Weltrangliste schon auf Platz 36 stand (August 2024), gehört ferner dem Kader an, ebenso wie die spielstarke Serbin Sabina Surjan, die letzte Saison immer dann glanzvolle Auftritte hatte, wenn es um richtig viel ging. Und da sind dann noch die beiden Jüngsten im Bunde: Mia Griesel und Josi Neumann. Die 19-jährige frisch gebackene Jugend 19-Weltmeisterin im Doppel Griesel hat sich im letzten Jahr sportlich rasant weiterentwickelt und konnte sogar in der Champions League entscheidende Matches gewinnen, die 15-jährige Neumann ist nicht nur im Einzel stark, sondern spielt zudem ein exzellentes Doppel mit Surjan. Man muss abwarten, welches Quartett letztlich anreist, doch ganz schwer zu schlagen wird es auf jeden Fall sein.

Langstadt möchte „wieder tollen Sport liefern“

Orawan Paranang ist auch in dieser Saison wieder das Maß der Dinge bei den Südhessen. Die Weltklasse-Thailänderin steht auch jetzt bereits wieder 7:1 und präsentiert sich gewohnt stark im Doppel an der Seite von Sophia Klee. Bisher hat sie alle Partien bestritten. Ob sie allerdings am Freitag spielen wird, wissen wir nicht. Der Verein bleibt seiner Linie treu und verrät im Vorfeld nichts über die Aufstellung. Unabhängig von der Personalie Paranang verfügt man über das recht ausgeglichene Quintett Chantal Mantz, Franziska Schreiner, Izabela Lupulesku, Sophia Klee und Lorena Morsch. Gerade die 17-jährige Morsch zeigte sich zuletzt in starker Verfassung und konnte in Weil ihre beiden Matches gewinnen.

Langstadts Sportlicher Leiter Manfred Kämmerer sagt klipp und klar: „Berlin ist in dieser Saison haushoher Favorit in jedem Spiel, so auch gegen den TSV.“ Kämmerer präzisiert: „Berlin hat in dieser Saison als klares Saisonziel das Triple ausgerufen. Nun soll auch die Deutsche Meisterschaft wieder zurück in die Hauptstadt geholt werden. Die Mannschaft wurde entsprechend verstärkt, nicht nur in der Breite, sondern auch in der Spitze. Somit treten sie in jedem Spiel mit einer Top-Mannschaft an. Da kann kein anderer Bundesligist mithalten.“

„Wir wollen unseren treuen Fans wieder tollen Sport liefern und vielleicht das eine oder andere Spiel holen“, meint Trainerin Anna Rauch. „Wir können locker aufspielen, denn mit 8:0 Punkten haben wir eine super Basis in der Vorrunde gelegt.“

„Das ist natürlich ein echtes Spitzenspiel. Beide Teams haben alle ihre Spiele gewonnen und es wird deshalb sicher ein spannendes Match werden“, so Berlins Präsident Alexander Teichmann. „Natürlich wollen wir auch in Langstadt bestehen, und unser Team hat sich bereits zwei Tage vor dem Spiel getroffen, um dann gut vorbereitet am Freitag anzutreten. Wir wollen das Match gewinnen und sind guter Dinge, dass uns dies gelingen wird.“

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Die weiteren Spiele des Wochenendes (separate Vorberichte folgen):

SV DJK Kolbermoor – TTC 46 Weinheim (Samstag, 14 Uhr)

ttc berlin eastside – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim (Sonntag, 13 Uhr)

TSV Dachau 65 – TTC 46 Weinheim (Sonntag, 14 Uhr)

Beitragsbild oben: Franziska Schreiner will mit ihrem Team auch gegen Berlin Akzente setzen (Foto: Dr. Stephan Roscher).

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