berlin eastside eine Nummer zu groß: Hauptstadtklub übernimmt Tabellenführung nach klarem Sieg in Langstadt

Von Stephan Roscher|Dezember 13, 2025|bundesliga

TSV Langstadt – ttc berlin eastside 2:6

Ohne Spitzenspielerin Orawan Paranang hatte der TSV Langstadt im Bundesliga-Topspiel am Freitagabend gegen den gut aufgestellten ttc berlin eastside keine echte Chance. Zwar konnten die Südhessinnen ein Doppel und ein Einzel nach teils hohem Rückstand noch umbiegen, doch die übrigen Matches gingen sehr deutlich an die Gäste, ganz überwiegend in drei Sätzen. In der Endabrechnung standen 22:7 Sätze zugunsten Berlins zu Buche, was klar anzeigt, wer an diesem Abend das Sagen hatte. Langstadt musste damit die erste Saisonniederlage hinnehmen, während der ttc eastside mit nun 8:0 Punkten die Tabellenführung übernahm.

Der Gastgeber ging mit Chantal Mantz, Franziska Schreiner, Izabela Lupulesku und Lorena Morsch an die Tische, während der Hauptstadklub zu fünft angereist war und auf Yuka Kaneyoshi, Natalia Bajor, Sabina Surjan, Mia Griesel und Josi Neumann zurückreifen konnte, wobei Neumann lediglich im Doppel zum Einsatz kam.

Das Doppel Kaneyoshi/Griesel (3:0 gegen Mantz/Lupulesku) konnte ebenso ungefährdet gewinnen wie eine starke Natalija Bajor ihre beiden Einzel gegen Mantz und Schreiner, die jeweils ohne Satzverlust an die Polin im Berliner Dress gingen. „Franzi“ Schreiner lieferte drei Sätze lang der japanischen Defensivkünstlerin Yuka Kaneyoshi ein packendes Duell auf Augenhöhe, konnte aber im vierten Durchgang der 19-Jährigen nichts mehr entgegensetzen, sodass am Ende ein 1:3 auf dem Anzeigedisplay stand. Chantal Mantz besaß dagegen keine Chance und konnte Kaneyoshi nicht ernsthaft fordern. Locker zog schließlich auch Sabina Surjan ihr Ding durch. Ihre 17-jährige Gegnerin Lorena Morsch musste ein gnadenloses 2:11, 6:11, 4:11 quittieren.

Anders lief es bei Izabela Lupulesku, die nach 0:2-Satzrückstand gegen Mia Griesel eindeutig auf der Verliererstraße zu sein schien, den dritten Durchgang aber nach einem 8:10-Rückstand noch umbog (13:11), den vierten Satz gar nach einem zwischenzeitlichen 3:8 noch gewann und gegen eine konsternierte Griesel, die ihre Chancen einfach nicht nutzen konnte, den Entscheidungssatz klar dominierte.

Emotion pur: Izabela Lupulesku hat soeben den Matchball gegen Mia Griesel verwandelt (Foto: Dr. Stephan Roscher).

Der einzige Einzelpunkt für die Hessinnen, die zudem einen Erfolg im Doppel verbucht hatten. Überraschend hatten Schreiner/Morsch einen 1:2-Satzrückstand gegen Surjan/Neumann noch in einen Sieg umgemünzt – im psychologisch vorentscheidenden vierten Durchgang wehrten die Langstädterinnen zwei Matchbälle ab und brachten diesen mit 15:13 nach Hause. Doch das war letztlich Ergebniskosmetik und änderte nichts an der Dominanz der Gäste, die in dieser Saison das Triple aus Champions League, Meisterschaft und Pokal anvisieren.

Während die Langstädterinnen an diesem Wochenende nicht mehr gefordert sind und am Samstag, den 20.12., den TSV Dachau 65 zu ihrem letzten Vorrundenspiel empfangen, müssen die Berlinerinnen am kommenden Sonntag in heimischer Halle den Erfolg von Langstadt gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim bestätigen.

Stimmen zum Spiel

Der Sportliche Leiter des TSV, Manfred Kämmerer, trug die Niederlage mit Fassung: „Unser Team hat sich gegen den haushohen Favoriten gut verkauft. Bei unseren zwei Punkten konnten wir Satzrückstände aufholen und die Spiele noch drehen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir in den anderen Spielen weit weg von Spielgewinnen waren. Insofern ist der Erfolg für Berlin natürlich völlig verdient. Für uns aber kein Beinbruch.“

“Wir sind schon etwas geknickt über die letztlich doch sehr klare Niederlage, gehen aber doch erhobenen Hauptes aus der Halle, weil wir alles versucht und uns nie aufgegeben haben”, so Langstadts Trainerin Anna Rauch. “Wir haben gegen ein Team verloren, das in dieser Aufstellung fast nicht zu schlagen ist. Mit “Thip” [Orawan Paranang] wäre es sicher enger geworden, doch zu gewinnen oder ein Unentschieden zu schaffen, wäre selbst mit ihr schwierig geworden. Wir haben jetzt 8:2 Punkte und hoffen, noch was gegen Dachau zu holen, obwohl sie vorne mit Sabine Winter und der Koreanerin bärenstark sind. Wir wollen in die Play-offs und ich bin zuversichtlich, dass wir das auch schaffen werden.”

Wer nun denkt, dass auf Berliner Seite ausschließlich gejubelt wurde, liegt daneben. “So richtig zufrieden sind wir mit dem Ergebnis nicht“, sagte Präsident Alexander Teichmann direkt nach der Partie. „Nicht nachvollziehbare Unkonzentriertheiten haben uns zwei Spiele gekostet. Gegen Teams in stärkerer Aufstellung kann das dann mal schnell auch gegen uns laufen. Gegen Bingen müssen wir uns deutlich steigern und fokussierter auftreten.“ Geschäftsführer Andreas Hain pflichtete bei: “Die beiden verlorenen Spiele waren absolut unnötig. Wir nehmen Bingen am Sonntag sehr ernst, sie sind hinten mit Shi und Kuzmina gut besetzt und die Abwehrspielerin können wir noch nicht richtig einschätzen.”

Wenigstens Yuka Kaneyoshi, mit der wir in der Halle kurz sprechen konnten, machte ein glückliches Gesicht: “Wir haben heute gut gespielt und ich freue mich, dass ich zu unserem Sieg beitragen konnte. In der deutschen Bundesliga gibt es keine einfachen Spiele und ich muss immer alles geben. Die Mentalität ist sehr wichtig, meist gewinnt man seine Spiele über die richtige Einstellung. Natürlich braucht man auch eine gute Taktik. Als ich in meinem ersten Match im dritten Satz zurücklag, hat mir Mia beim Time-out gesagt, ich solle mit stärkerem Unterschnitt abwehren. Das war genau das richtige Rezept. Es macht mir sehr viel Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen, wir verstehen uns alle sehr gut.”

Harmonierten im Doppel prächtig: Mia Griesel und Yuka Kaneyoshi (Foto: Dr. Stephan Roscher).

Die weiteren Spiele des Wochenendes
SV DJK Kolbermoor – TTC 46 Weinheim (Samstag, 14 Uhr)
ttc berlin eastside – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim (Sonntag, 13 Uhr)
TSV Dachau 65 – TTC 46 Weinheim (Sonntag, 14 Uhr)

Beitragsbild oben: Abwehrspielerin der Extraklasse: Yuka Kaneyoshi (Foto: Dr. Stephan Roscher).

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