Highlight vor dem Highlight: Bundesliga-Topspiel am Sonntag in Dachau
Sonntag, 14 Uhr: TSV Dachau 65 – ttc berlin eastside
Zwei Teams haben eine besonders beeindruckende Vorrunde in der 1. Bundesliga Damen gespielt: Rekordmeister ttc berlin eastside, der mit makellosen 12:0 Punkten an der Spitze thront, aber auch der TSV Dachau 65, der nach mehreren imponierenden Auftritten als einziger noch aussichtsreicher Verfolger der Hauptstädterinnen gelten darf – lediglich ein Remis sowie eine Niederlage mussten die Bayern hinnehmen. Ganz früh im Jahr, nämlich bereits am kommenden Sonntag, treffen beide in Dachau aufeinander und eröffnen damit die Rückrunde. Eine Woche bevor, knapp 100 Kilometer von Dachau entfernt, das große Pokal-Highlight in Kolbermoor ansteht (10./11.01.).
Erst 14 Tage später geht es dann weiter im Damen-Oberhaus mit der Partie Berlin vs. Weil am 18.01. Eine Analogie zur Vorrunde ist der frühe Rückrundenauftakt insofern, als auch damals diese beide Vereine das Eröffnungsspiel bestritten. Auch nach dem Hinspiel zwischen eastside und Dachau am 21. September nahm die Liga erst zwei Wochen später Fahrt auf.
Das Hinspiel gewannen die Berlinerinnen übrigens trotz einer überragenden Sabine Winter relativ locker mit 6:2 – allerdings fehlte den Oberbayern damals mit der koreanischen Abwehrstrategin Seoyoung Byun die, wie sich später herausstellen sollte, drittbeste Spielerin der Vorrunde. Winter, Berlins Defensiv-Ass Yuka Kaneyoshi und Byun – das waren die TOP 3 der ersten Halbrunde –, und alle drei könnten am Sonntag am Tisch stehen.

Blick in die Sporthalle der Dachauer Montessori-Schule, die beim Spitzenspiel am Sonntag gewiss gut gefüllt sein wird (Foto Verein).
Die Fans des Damen-Tischtennis werden ohnehin auf diese Partie fokussiert sein, und für die Tischtennis-Fangemeinde im Allgemeinen lohnt es sich durchaus, wenigstens ab und zu den Blick von Neu-Ulm, wo am selben Tag vor 5.200 Zuschauern das mit Spannung erwartete Liebherr Pokal-Final Four der Herren steigt, ins 125 Kilometer weiter östlich gelegene Dachau zu lenken – etwa am Liveticker.
Vor vermutlich sehr guter Kulisse bietet sich den Oberbayern die einmalige Chance, dem Ligaprimus und inoffiziellen Herbstmeister die ersten Punkte der Saison abzuknöpfen – auch ein Remis wäre eine kleiner Meilenstein und ein toller Erfolg. Und bei dem starken ersten Paarkreuz des TSV, das in der Vorrunde mit einer 20:1-Bilanz alle anderen in den Schatten stellte, ist dies gewiss nicht völlig unmöglich.
Natürlich hängt einmal mehr sehr, sehr viel von den Aufstellungen ab – eigentlich eine Binsenweisheit. Und da kommt ein neuer Faktor ins Spiel, den mancher Tischtennisfan gewiss noch gar nicht auf der Rechnung hat: Die Vereine, besonders solche mit großen Kadern wie berlin eastside, müssen nämlich nunmehr verstärkt im Fokus haben, möglichst vielen Spielerinnen die Startberechtigung für die Play-offs zu verschaffen. Berlins Manager Andreas Hain erläutert den Sachverhalt: „Drei Spiele müssen in einer Halbserie im Einzel absolviert werden, ein Spiel in der Vorrunde und zwei in der Rückrunde genügen nicht. Nina Mittelham hatte zum Beispiel drei Spiele in der Vorrunde, müsste also in der Rückrunde gar nicht spielen. Wir werden jetzt in erster Linie versuchen, unseren ganzen Kader für die Play-off-Spiele einsatzberechtigt zu haben. Dementsprechend werden wir in der Rückrunde mit unseren Aufstellungen variieren.“
Da der Spitzenreiter nun auch noch die Chinesinnen Liu Weishan und Sun Mingyang sowie natürlich Xiaona Shan zur Verfügung hat, die in der Vorrunde lediglich in der Champions League startberechtigt waren, gilt es, diesen die Möglichkeit zu verschaffen, in den Play-offs aufzuschlagen. Wenn man sich die Spielerinnen anschaut, weiß man, dass dies der Qualität gewiss keinen Abbruch tun wird. Im Übrigen muss auch Josi Neumann nochmals durchstarten, die krankheitsbedingt in der ersten Halbserie nicht auf genügend Einsätze kam. Zwar war das 15-jährige Toptalent in vier Partien am Start, in zweien davon jedoch lediglich im Doppel.

Muss auf drei Einsätze in der Rückrunde kommen: Josi Neumann, hier im Doppel mit Sabina Surjan (Foto: Dr. Stephan Roscher).
In ihren letzten Punktspielen in der Vorweihnachtszeit hatten sich Berlin und Dachau in starker Verfassung präsentiert: Der Spitzenreiter besiegte Langstadt (6:2) und Weinheim (6:1) sehr deutlich, während Dachau zwar im packenden Bayern-Derby gegen Kolbermoor einen Punkt einbüßte, einen halben Tag später jedoch beim Tabellendritten Langstadt klar gewann (6:2).
Bei den Oberbayern hat sich in Sachen Rückrundenaufstellung nicht so viel getan wie in Berlin. Das extrem gute vordere Paarkreuz ist weiterhin am Start, wobei Sabine Winter nun auch nominell auf Position eins steht. Ebenso unverändert gehört die Nummer drei, Koharu Itagaki, dem Kader an – die frischgebackene Jugend15-Weltmeisterin konnte in der Vorrunde nur zweimal eingesetzt werden und benötigt folglich noch drei Einzel-Einsätze in der Rückserie. Klingt nicht so wild, doch ist immer zu berücksichtigen, dass die Teams ja nur sechs Partien pro Halbrunde absolvieren. Die 19-jährige kroatische Nationalspielerin Dora Cosic, zuletzt im Spitzenpaarkreuz des Drittligateams aufgestellt, ist – nach drei makellosen Einzeln im Oberhaus und einer 9:1-Bilanz im „B-Team“ – nun als Nummer vier fest in die Mannschaft gerückt.
„Der FC Bayern München des Damen-Tischtennis und Ligaprimus kommt zu uns, das wird natürlich ein Highlight“, so Dachaus Cheftrainer Alexander Yahmed, dem die Vorfreude anzumerken ist. „Berlin hat noch keinen Punkt abgegeben, was zeigt, wie stark das Team ist und dass unsere Position klar die des Außenseiters ist. Ich gehe davon aus, dass Berlin mit einer sehr starken Mannschaft zu uns kommen wird, auch wegen der Deutschen Pokalmeisterschaft in Kolbermoor eine Woche später. Für die Zuschauer wird es ganz bestimmt ein Leckerbissen, das ist klar und das wissen sie auch und werden sicher zahlreich erscheinen. Ich hoffe auf eine super Stimmung und tollen Sport.“
„Da wir die Play-offs ja eigentlich schon fix haben bei sieben Punkten Vorsprung, kann da gar nichts mehr passieren“, so Andreas Hain. „Wir werden folglich verstärkt darauf achten, dass unser ganzer Kader für die Play-offs einsatzberechtigt ist. Trotzdem wollen wir natürlich nach wie vor jedes Spiel gewinnen und werden deshalb auch in Dachau mit einer starken Mannschaft antreten.“
Beitragsbild oben: Sabine Winter, beste Spielerin der 1. Bundesliga Damen in der Vorrunde, will auch gegen Berlin ihre Matches gewinnen (Foto: Dr. Stephan Roscher).
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