Dachau gewinnt spannendes Derby
SV DJK Kolbermoor – TSV Dachau 65 3:6
Wir haben für das Wochenende mit spannenden, hochklassigen Partien gerechnet. Der Auftakt war schon einmal in diesem Sinne. Ein starker TSV Dachau setzte sich in einem packenden Bayernderby, das auch mit einer Punkteteilung hätte enden können, mit 6:3 in Kolbermoor durch. Der Tabellenzweite möchte heute in Weinheim nachlegen, wobei sich allerdings die Frage stellt, ob Sabine Winter wieder spielen kann, die den letzten Satz gegen Annett Kaufmann kampflos abgeben musste.
Im Doppel hatten auf Kolbermoorer Seite Annett Kaufmann und Laura Tiefenbrunner vor gut 200 Fans in hoch spannenden fünf Sätzen die Nase gegen Seoyoung Byun/Naomi Pranjkovic vorn, während am anderen Tisch Sabine Winter und Dora Cosic einen 3:1-Erfolg gegen Huang Yu-Chiao/Tijana Jokic verbuchten.
Seoyoung Byun, die mit extrem dichter Abwehr mit zunehmender Matchdauer Annett Kaufmann kaum noch zum Zuge kommen ließ (3:1), sowie Sabine Winter, die gegen Huang Yu-Chiao ebenfalls nur im ersten von vier Sätzen den Kürzeren zog, sorgten für die 3:1-Führung der Gäste.
Die Hoffnung des Gastgebers, im hinteren Paarkreuz zum Ausgleich zu kommen, erfüllte sich nicht. Zwar konnte die Serbin Tijana Jokic ihre Gegnerin Naomi Pranjkovic beim 3:0 klar in die Schranken weisen, doch Laura Tiefenbrunner blieb gegen Dachaus Kroatin Dora Cosic ohne Chance (0:3).
Im zweiten Durchgang des oberen Paarkreuzes stand Kolbermoor nun schon mächtig unter Druck, konnte jedoch nur einmal punkten. In einem sehenswerten Match legte Annett Kaufmann gegen die Weltranglisten-17. Sabine Winter ein 11:7 und 14:12 vor – und das war es denn auch, da Dachaus Nummer eins verletzungsbedingt zum dritten Satz nicht mehr antreten konnte. Die erste Bundesliga-Niederlage Winters in der Saison 2025/26. Doch Abwehr-Ass Seoyoung Byun zog weiter einsam seine Kreise und ließ auch Huang Yu-Chiao lediglich im ersten Satz den Vortritt, dominierte danach aber das Match deutlich.

Dora Cosic zeigte einen ihrer bisher besten Auftritte im TSV-Dress. Die Kroatin steuerte zwei Punkte in den Einzeln und einen im Doppel zum Erfolg ihres Teams im Derby bei (Foto: Helmut Hörnschemeyer).
Serbien vs. Kroatien: Anfänglich schien Tijana Jokic gegen Dora Cosic auf der Siegerstraße (11:8, 11:8), doch die Dachauerin biss sich in das bis zum letzten Ballwechsel hart umkämpfte Match hinein und gewann die nachfolgenden Durchgänge mit 11:8, 13:11 und nochmals 13:11. Der Derbysieg der Gäste war damit in trockenen Tüchern, den allerdings, bei einem Erfolg Jokics, auch Laura Tiefenbrunner nicht mehr hätte verhindern können, die am Nachbartisch bereits gegen Naomi Pranjkovic verloren hatte.
„Es war ein sehr umkämpftes Spiel mit einem bitteren Ausgang für uns“, meinte Kolbermoors Cheftrainer und Abteilungsleiter Dr. Michael Fuchs nach dem Derby. „Sowohl Annett als auch Yu-Chiao sind gegen Seoyoung hervorragend gestartet und haben auch im weiteren Spielverlauf stark gespielt. Mit zunehmender Dauer wurde es jedoch immer schwieriger, ihr Abwehrbollwerk zu durchbrechen. In Kombination mit zahlreichen unglaublichen offensiven Aktionen war das insgesamt einfach Weltklasse – und das mussten meine Spielerinnen dann letztlich auch so anerkennen.“ Anfänglich lagen beide noch gleichauf: „Im Doppel konnten wir das 1:1 “retten“. Ein besonderes Lob geht hier an Laura [Tiefenbrunner], die sich gemeinsam mit Annett stark in die Partie hineingekämpft hat. Im hinteren Paarkreuz haben am Ende vielleicht etwas Abgezocktheit, Selbstvertrauen und womöglich auch das nötige Quäntchen Glück gefehlt. Mehr möchte ich dazu – um es mit José Mourinho zu halten – lieber nicht sagen.“ Zur Aufgabe Sabine Winters bemerkte Fuchs: „Sabine musste im zweiten Einzel gegen Annett nach dem zweiten Satz aufgeben. Bis dahin hatte Annett die Partie jedoch sehr clever und überlegt gestaltet. Ob sich Sabine die Verletzung im Spiel zugezogen hat oder ob sie noch aus einer vorherigen Blessur resultierte, kann ich nicht beurteilen.“ Fazit: „Insgesamt hat Dachau knapp, aber verdient gewonnen. Herzlichen Glückwunsch dazu! Wir müssen das jetzt abhaken, da nächste Woche zwei wichtige Spiele auf uns zukommen.“ Gemeint sind die Partien gegen Bingen (Freitag) und in Weil (Sonntag), aus denen das auf Platz fünf zurückgefallene Team unbedingt Punkte braucht.

Annett Kaufmann konnte zwar Sabine Winter schlagen, ging gegen Byun jedoch leer aus (Foto: Dr. Stephan Roscher).
Kurzer Kommentar von Dachaus Trainer Alexander Yahmed unmittelbar vor der Abreise nach Weinheim: „Wir sind sehr glücklich über die zwei Punkte, auch wenn wir wissen dass bei beiden Teams Spielerinnen fehlten. In diesem Spiel konnte wir daraus unseren Vorteil ziehen.“ Wobei dies bei Dachau im Wesentlichen Koharu Itagaki betraf, die am Dienstag 16 wird und derzeit bei den WTT-Jugendturnieren in Doha aufschlägt. Bei Kolbermoor ist es die 16-jährige Defensivspielerin Lisa Wang, die in diesen Tagen in Katar an den Tischen steht. Ebenfalls nicht zur Verfügung stand die zur Rückrunde verpflichtete Russin Alina Zavarykina. Natürlich hätte der SV DJK im hinteren Paarkreuz gegebenenfalls noch die erfahrene Kristin Lang bringen können, von stark ersatzgeschwächten Teams kann man beim Derby allerdings nur bedingt sprechen, auch wenn Laura Tiefenbrunner beim Gastgeber aushelfen musste, die im Doppel stark aufspielte, in den Einzeln aber einen deutlichen Trainings- und Wettkampfrückstand zeigte.
Gespannt darf man auf die beiden heutigen Partien im Oberhaus blicken. Es spielen: TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – ESV Weil und TTC 1946 Weinheim – TSV Dachau 65 (beide 14 Uhr).
Beitragsfoto oben: In überragender Form präsentierte sich am Samstag Dachaus Südkoreanerin Seoyoung Byun (Foto: Dr. Stephan Roscher).
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