Derbyzeit in Dachau: Kolbermoor kommt zum Bayern-Gipfel

Von Stephan Roscher|Dezember 18, 2025|bundesliga

Freitag, 19 Uhr: TSV Dachau 65 – SV DJK Kolbermoor

Das Bayern-Derby ist traditionell brisant und spannend und zudem ein Garant für hochklassige Matches. Es besteht zwischen Dachau und Kolbermoor eine gesunde Rivalität, man begegnet sich mit Ehrgeiz und Siegeswillen, aber auch Fairness und Kollegialität und ist immer bereit, gute Leistungen des Gegners anzuerkennen. Diesmal ist es gerade für den Gast aus Kolbermoor eine schicksalhafte Partie, der unbedingt punkten muss, um nicht in seinem letzten Vorrundenspiel den Anschluss an die Play-off-Plätze zu verlieren. Gar nicht so einfach, wenn auf der Gegenseite Spielerinnen wie Sabine Winter oder Seoyoung Byun stehen.

Dachaus Leistungskurve zeigt klar nach oben, man steht mit 6:2 Punkten auf Platz drei und hat die letzten drei Partien klar gewonnen – 6:3 gegen Weil, 6:2 in Bingen, 6:1 gegen Weinheim. Nach dem Derby muss man sich sputen, denn am Samstag um 14 Uhr muss man bereits wieder fit sein, um in Hessen beim Tabellenzweiten Langstadt zu bestehen.

Bei Kolbermoor, vor der Saison zum Favoritenkreis um den Titel gezählt, sieht es etwas durchwachsener aus. Mit 4:6 Punkten steht man auf Rang fünf der Tabelle. Die letzten Ergebnisse lauteten 3:6 in Langstadt, 6:4 gegen Weil sowie 5:5 gegen angeschlagene Weinheimerinnen.

Bei Dachau fällt einem natürlich sofort Sabine Winter ein – und ja, die Weltranglisten-17. ist wesentlicher Teil der Dachauer Erfolgsstory, doch Dachau ist eben nicht nur Sabine Winter. Mit einer „Überspielerin“ allein gewinnt man noch nichts. Im vorderen Paarkreuz assistiert ihr die extrem starke und sehr konstant spielende südkoreanische Defensivspielerin Seoyoung Byun (Bilanz 5:1) – ein solches Spitzenduo muss man erst einmal an die Tische schicken können. 12:1 die Bilanz der Dachauerinnen vorne, 12:6 lautet die der Damen aus Kolbermoor. Beste Spielerinnen der beiden Teams sind zweifellos Sabine Winter (7:0) sowie Annett Kaufmann (9:1). Und von hinten kommen bei Dachau auch regelmäßig Punkte, selbst wenn es da ein zäheres Geschäft ist. Koharu Itagaki, Naomi Pranjkovic und Dora Cosic darf man nie unterschätzen. Bei Kolbermoor lautet die Bilanz hinten 6:12, zweifellos nicht das, was man sich erhofft hat. Das nicht eingeplante Karriereende von Qianhong Gotsch macht sich natürlich bemerkbar.

Die Doppel sind bislang Kolbermoors Achillesferse – eine 3:7-Bilanz verbunden allzu oft mit einem 0:2-Start des Teams spricht Bände. Auch bei Dachau gibt es Licht und Schatten bei den Doppeln, doch wenigstens steht man da ausgeglichen (4:4).

Letzte Saison gewann Kolbermoor das Hinspiel in eigener Halle mit 6:3, allerdings fehlte da Sabine Winter. Man verlor indes das Rückspiel in Dachau mit 3:6, wobei Winter Kaufmann in fünf packenden Sätzen bezwang. In den Play-offs scheiterten dann beide an berlin eastside, Kolbermoor im Viertelfinale, Dachau in der Runde der letzten Vier.

Bisher ungeschlagen: Antitop-Spezialistin Sabine Winter (Foto Roscher).

Der Gastgeber hofft, trotz des Freitagstermins, auf eine gute, stimmgewaltige Kulisse, die dem eigenen Team den Rücken stärkt. Jedoch auch Kolbermoor wird Fans mitbringen – die 95 Kilometer Entfernung zwischen den beiden oberbayrischen Städten sollten kein unüberwindliches Hindernis darstellen.

„Die letzten beiden Spiele haben es in sich, das werden sicher zwei Highlights“, so Dachaus Trainer Alexander Yahmed. „Es sind beides Mannschaften, die Deutscher Meister werden können. Umso mehr freuen wir uns auf die Duelle. Gegen Kolbermoor ist es etwas Besonderes, ein Derby und dazu noch daheim, da ist dann immer tolle Stimmung und macht umso mehr Spaß.“

Kolbermoors Trainer und Abteilungsleiter Dr. Michael Fuchs sieht sein Team in der Außenseiterrolle, hofft aber zumindest auf eine Punkteteilung: „Dachau ist für mich der Favorit. Ähnlich wie wir hat Dachau ein starkes vorderes Paarkreuz, was es uns sehr schwer machen wird. Wir dürfen auf keinen Fall wieder 0:2 in den Doppeln zurückliegen. Falls uns das gelingt und wir vorne punkten können, haben wir eventuell eine Chance auf einen Punktgewinn, der die Chance auf die Play-offs sicher vergrößern würde.“

DIE WEITEREN SPIELE DES WOCHENENDES (separate Vorberichte folgen)

1. Bundesliga

TSV Langstadt – TSV Dachau 65 (Samstag, 14 Uhr)

ttc berlin eastside – TTC 46 Weinheim (Sonntag, 13 Uhr)

Champions League

ttc berlin eastside – Saint-Denis TT 93 (Samstag, 18 Uhr)

Beitragsbild oben: Bilanz schon wieder 9:1: Annett Kaufmann, deren Duell mit Sabine Winter mit besonderer Spannung erwartet wird (Foto: Dr. Stephan Roscher).

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