Letzter Spieltag der Punktrunde: Wer schnappt sich den vierten Play-off-Platz?
Emotionale Momente in Kolbermoor erwartet
Am Wochenende geht es nochmals hoch her in der 1. Bundesliga Damen. Die letzten vier Partien der Punktrunde stehen an. Vier Mannschaften werden in die Play-off-Halbfinals einziehen, die bereits eine Woche später ausgetragen werden. Mit Berlin, Dachau und Langstadt stehen drei von ihnen fest, um den vierten Platz wird es am Sonntag ein Fernduell zwischen Kolbermoor und Weinheim geben, wobei die Bayern in der aktuellen Konstellation die besseren Karten besitzen. Drei Teams sehen wir letztmalig in dieser Saison, unter anderem Weil und Bingen. Beide wollen alles daransetzen, sich in ihren Heimspielen von den Fans mit einer guten Performance zu verabschieden.
Samstag, 14 Uhr: TSV Dachau 65 – TSV Langstadt
Mindestens vier Partien bestreitet der TSV Langstadt noch im Profi-Tischtennis, dann fällt der Vorhang. Am Wochenende hat man die traditionell schwierige Bayern-Tour mit den Spielen in Dachau und Kolbermoor zu absolvieren. Es ist der letzte Spieltag der Punktrunde und es geht nur noch darum, ob man als Zweiter oder Dritter ins Ziel kommt. Dies gilt für den TSV Dachau ebenso. In den Halbfinals eine Woche später treffen beide Teams erneut aufeinander – das steht bereits fest. Im Erfolgsfall käme Langstadt sogar noch zu sechs Spielen bis zum sicher tränenreichen Abschied, nämlich wenn man die Endspiele erreicht, die Ende Mai ausgetragen werden. Doch das ist Zukunftsmusik. Zunächst einmal gilt es, so die Sicht der Hessinnen, die Generalprobe erfolgreich zu gestalten.
Beide Teams können relativ entspannt in die Partie gehen. Den Play-off-Platz kann ihnen keiner mehr nehmen. Es geht „nur“ noch darum, wer Zweiter wird. Aktuell liegt Dachau mit 15:7 Zählern vor Langstadt, das ein Spiel weniger bestritten hat und 14:6 Punkte auf dem Konto hat. Jeder kann selbst ausrechnen, welches Ergebnis die Kontrahenten jeweils erzielen müssen, um am Ende die Nase vorn zu haben, wobei man stets auch noch das Spiel von Schreiner und Co. am Sonntag in Kolbermoor in die Kalkulation einbeziehen muss. Platz zwei hat den Vorteil, dass man wählen kann, ob man zuerst zu Hause oder auswärts spielt. Und, keine Frage, der Wählende wird sich dafür entscheiden, die erste Partie in fremder Halle auszutragen, um das Rückspiel vor heimischer Kulisse mit den eigenen Fans im Rücken austragen zu können. Kommt es bei Gleichstand zu einer Entscheidung im „Golden Match“, könnte die stimmgewaltige Unterstützung von den Rängen nämlich zum wesentlichen Faktor werden – bekanntlich würde ein solches, bei dem die Psyche der Spielerinnen extrem gefordert ist, direkt in Anschluss an die zweite Partie stattfinden.
Dachau bedeutet natürlich eine ganz hohe Hürde für die Langstädterinnen. Es wird schon insofern schwer, als die derzeit eindeutig beste deutsche Spielerin bei den Oberbayern aufschlägt. Sabine Winter ist gerade als frischgebackene Weltranglisten-Neunte mit der Bronze-Medaille vom World Cup in Macao zurückgekehrt – jenes Turnier hat nahezu den Rang einer WM, wer dort etwas mitnimmt, schreibt Tischtennis-Geschichte. Die erste und bis April 2026 einzige Deutsche, der Platz drei beim World Cup vergönnt war, war übrigens 2015 die spätere Langstädterin Petrissa Solja.

Nummer 9 der Welt und World-Cup-Dritte: Dachaus Topspielerin Sabine Winter (Foto: Dr. Stephan Roscher).
Generell wird es im vorderen Paarkreuz für die Gäste schwer werden. Dachaus Nummer zwei, die südkoreanische Defensivspielerin Seoyoung Byun, ist nämlich ebenfalls eine Hochkaräterin. In der Punktrunde steht sie 15:3, Winter 14:3. Im hinteren Paarkreuz sowie in den Doppeln dürfte mehr drin sein für Mantz und Kolleginnen. Allerdings hat die Kroatin Dora Cosic mit 9:2 hinten eine sensationell starke Bilanz erzielt. Keinesfalls zu unterschätzen ist auch die amtierende U15-Jugendeuropameisterin Koharu Itagaki. Die inzwischen 16-Jährige, die zudem eine sehr gute Doppelspielerin ist, agiert nicht allzu spektakulär, aber außerordentlich clever.
Im Hinspiel kurz vor Weihnachten waren die Südhessinnen ziemlich chancenlos – bei der 2:6-Heimniederlage fehlte aber auch die spielstarke Thailänderin Orawan Paranang.
Dachaus Trainer Alexander Yahmed rechnet mit einer umkämpften Partie: „Wir haben eine super Saison gespielt und sind super glücklich über unsere Punkte und unsere Position, aber Langstadt hat bis dato noch ein bisschen besser gespielt, also wissen wir, das wird ein Duell auf Augenhöhe. Ich denke, es wird ein super spannendes Spiel und die Tagesform wird entscheiden.“ Yahmed bekräftigt: „Der zweite Platz ist wichtiger als man denkt, denn damit kann man entscheiden, wo man zuerst spielt.“
„Da die Qualifikation für die Play-offs bereits in trockenen Tüchern ist, können unsere Damen die Reise ganz entspannt angehen“, meint Langstadts Sportlicher Leiter Manfred Kämmerer. „Es geht am Wochenende ja nur noch darum, ob wir Zweiter oder Dritter in der Abschlusstabelle werden. Mit Dachau steht der Gegner in den Play-offs zudem bereits fest. Ob wir dann freitags oder sonntags zu Hause gegen sie spielen, ist nicht mehr ganz so wichtig für uns.“
„Eine gute Ausgangssituation für uns“, meint Gäste-Trainerin Anna Rauch. „Vor einigen Wochen hatten wir noch die Befürchtung, dass es für uns an diesem Wochenende um alles gehen könnte. Jetzt ist nahezu alles für uns bereits entschieden.“ Rauch fügt hinzu: „Das Spiel gegen Dachau wird sicher schon ein kleiner „Probelauf“ für die Play-offs. Dass wir praktisch innerhalb einer Woche dreimal gegen denselben Gegner spielen müssen, ist sicher ungewöhnlich, lässt auf der anderen Seite jedoch auch genügend Raum, um vielleicht noch etwas auszuprobieren vor den Play-offs.“
Sonntag, 14 Uhr: TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – ttc berlin eastside
Es war erneut keine sportlich optimale Saison für die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim. Allzu oft konnte man seine Chance nicht nutzen und kassierte viel zu viele knappe Niederlagen, bisweilen drei in Serie. 5:17 Punkte liegen weit unter dem, was eigentlich möglich gewesen wäre, zumal man nach Abschluss der Vorrunde mit 5:7 Zählern noch aussichtsreich im Geschäft war und dann in der zweiten Saisonhälfte nur noch Niederlagen quittieren musste. Jedoch soll es am Sonntag in der Sporthalle der Grundschule „Am Mäuseturm“ einen versöhnlichen Abschluss geben, auch wenn der Gegner hochkarätiger nicht sein könnte.
Am Rhein gastiert nämlich der souveräne Spitzenreiter ttc berlin eastside, der mit 22:0 Punkten einsam an der Ligaspitze thront. Berlin ist zudem amtierender Champions-League-Sieger und steht auch aktuell bereits wieder im Halbfinale der europäischen Königsklasse. Und schließlich reist man einmal mehr als nationaler Pokalsieger an, da man im Januar das tolle Turnier in Kolbermoor gewinnen konnte. In den Play-off-Halbfinals trifft man Ende nächster Woche auf Kolbermoor oder Weinheim – in beiden Fällen als eindeutiger Favorit.
Betrachtet man die Konstellation, könnte man sagen: Berlin ist turmhoher Favorit, für Bingen geht es allenfalls um Schadensbegrenzung. Doch wie lautet ein bekanntes, Wilhelm Busch zugeschriebenes Sprichwort: „Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt“. Das Team des Gastgebers brennt auf die Partie und will sich unbedingt rehabilitieren. Man hat keine Chance, doch die will man nutzen – um noch ein scheinbar widersprüchliches Bonmot zu bringen. Es könnte jedenfalls spannender werden, als viele es der Tabellensituation entsprechend erwarten.

Bingens Sportvorstand Joachim Lautebach sowie dem gesamten Team brennt das in dieser Höhe nicht für möglich gehaltene 0:6 gegen den TTC 46 Weinheim im letzten Heimspiel noch auf der Seele: „Nach der deutlichen Niederlage unseres Teams vor vier Wochen gegen Weinheim, geht es am Wochenende um Wiedergutmachung für unsere Mannschaft. Man darf gespannt sein, wie die Spielerinnen diese Niederlage verkraftet haben und sich gegen den Tabellenführer behaupten können.“ Natürlich sieht Lautebach die Ausgangslage realistisch: „Die Rollen sind klar verteilt und Berlin ist der eindeutige Favorit in dieser Begegnung. Trotzdem wird die Mannschaft alles versuchen, sich durch entsprechenden Einsatz vor den eigenen Anhängern in diesem letzten Spiel nochmals gut zu präsentieren. Spannende und hochklassige Partien sind jedenfalls wieder zu erwarten.“ Man hoffe, so Bingens Sportchef, auf viele Zuschauer gegen den Ligaprimus, der gewiss der attraktivste Gegner der gesamten Saison ist.
Man will den Fans zum Abschluss einer Saison, in der man seine fraglos respektablen spielerischen Möglichkeiten zu oft nicht in Punkte umsetzen konnte, nochmals ein Tischtennis-Fest bieten. Der letzte Eindruck soll ein weitaus besserer werden als der vorletzte. Man will mit Herzblut dagegenhalten und die Berlinerinnen ernsthaft fordern. Die Zuschauer sollen die Halle mit Vorfreude auf die Saison 2026/27 verlassen. Als Zugabe steht am Sonntag eine große Tombola für die Besucher unter dem Motto „300 Lose / 200 Preise“ auf dem Programm.
Für die kommende Saison stehen bei der TTG einige personelle Änderungen an, kündigt Lautebach ferner an. Sobald alles in trockenen Tüchern ist, wird der Verein uns informieren – und wir werden dann natürlich umgehend darüber berichten.
eastside-Manager Andreas Hain sieht die Aufgabe am Sonntag in Rheinhessen recht gelassen: „Eigentlich gibt es nichts Besonderes zu berichten, wir werden diesmal nicht in absoluter Topbesetzung antreten und Kathrin Mühlbach wird zu ihrem Saisondebüt kommen. Trotzdem sind wir optimistisch und wollen natürlich gewinnen. Aber unser Blick geht schon zum Halbfinale eine Woche später. Da zählt es dann!“.
Sonntag, 14 Uhr: ESV Weil – TTC 1946 Weinheim
Für den ESV Weil lief die Saison sogar noch ungünstiger als für das Team aus Bingen. Nach dem tollen Halbfinaleinzug in der Saison 2024/25 musste man sich diesmal die Tabelle von Anfang an von unten anschauen und schloss die Vorrunde – nach einer Reihe knapper, unglücklicher Niederlagen – mit deprimierenden 0:12 Punkten ab. Verletzungspech gesellte sich dazu, es lief eigentlich schief, was nur schieflaufen konnte. Zudem konnte man die spielstarke Chilenin Daniela Ortega nicht adäquat ersetzen, die es nach nur einer äußerst erfolgreichen Saison in Weil nach Spanien zog.
Kurz nach Beginn der Rückserie, inzwischen standen 0:14 Zähler zu Buche, fasste man sich aber endlich ein Herz, trumpfte in Bingen auf und fuhr mit 6:2 den ersten und bisher einzigen Saisonsieg ein, dem drei weitere Niederlagen folgten. Eine rundum gebrauchte Saison, trotz einer Anna Hursey auf der Spitzenposition, die mit ihren 19 Jahren bereits zu den besten Spielerinnen Europas zählt. 2:20 Punkte hat der ESV auf dem Konto und konnte bisher keinen einzigen Zähler in heimischer Halle verbuchen, obwohl man in früheren Jahren immer als ausgesprochen heimstark galt – eigentlich kaum zu fassen.
Nun hat man noch ein Derby zu absolvieren, ein Derby, das nicht wirklich nach Derby klingt bei 260 Kilometern Entfernung zwischen den Spielstätten. Doch Weil vs. Weinheim ist und bleibt ein Baden-Württemberg-Derby und ist auch von daher einen Tick brisanter als „stinknormale“ Partien. Der ESV will den eigenen Fans einen versöhnlichen Saisonabschluss bieten, nächste Saison soll alles besser werden und das treue Publikum im Dreiländereck soll sich darauf freuen können. In der recht kleinen, engen Halle mit den Zuschauern nahe an den Banden könnte durchaus wieder einmal die gefürchtete Weiler Hexenkessel-Atmosphäre entstehen, wenn der Gastgeber den gewiss favorisierten Weinheimerinnen Paroli bieten kann.

Chien Tung-Chuan, Spitzenspielerin des TTC 46 Weinheim (Foto: Armin Schimkat).
Hursey und Co. können locker aufspielen, sie haben nichts zu verlieren, während die Asse von der Bergstraße zum Siegen verdammt sind. Trotz so starker Spielerinnen wie Chien Tung-Chuan, Yuan Wan oder Veronika Matiunina ist es nicht einfach, unter solchem Druck erfolgreich zu agieren. Eine ungemein schwierige Ausgangslage, eigentlich eine höllische, irgendwie gnadenlose Konstellation, da man es nach einer von Verletzungspech gekennzeichneten Hinrunde und trotz einer passablen Rückserie nun nicht mehr in eigener Hand hat, die Play-offs zu erreichen. Ein Happyend ist ohne fremde Hilfe nicht möglich. Langstadt wäre gefragt und müsste recht deutlich in Kolbermoor gewinnen, während man selbst in Weil, auch wiederum klar, siegen müsste. Augenblicklich beträgt der Rückstand auf Kolbermoor nämlich zwei Punkte, zudem spricht das Spielverhältnis für die Bayern. Ein Punkt nur am Sonntag für den SV DJK, dem womöglich Annett Kaufmann verletzungsbedingt fehlen wird, und die Messe wäre gelesen. Dann müssten sich die Weinheimerinnen ganz auf die kommende Spielzeit fokussieren, wo sie mit den Neuzugängen Orawan Paranang und Shi Qi personell deutlich besser dastehen dürften als in der aktuellen Saison.
Doch wie heißt es so schön: Alles muss erst einmal gespielt werden – und das Fernduell zwischen Weinheim und Kolbermoor wird definitiv erst am späten Sonntagnachmittag entschieden sein.
„Im letzten Saisonspiel wollen wir uns noch einmal von unserer besten Seite zeigen“, kündigt Doris Spiess an. „Nach einer missglückten und sehr unglücklich verlaufenen Saison hat sich das Team einiges vorgenommen. Wir gehen in kompletter Aufstellung an den Start.“ Weils Abteilungschefin erklärt zudem: „In der nächsten Saison wird es einige personelle Veränderungen geben, aber noch ist nicht alles safe.“
Christian Säger verspricht: „Wir werden wie immer alles geben und versuchen zu gewinnen.“ Der Macher und Manager des TTC 46 Weinheim erklärt jedoch auch: „Für uns ist es aber kein Beinbruch, nach dieser sehr unglücklich verlaufenen Saison die Play-offs eventuell nicht erreichen zu können. Wir wissen, dass wir in voller Besetzung immer in der Lage sind, unter den ersten Vier der Tabelle zu landen.“
Sonntag, 14 Uhr: SV DJK Kolbermoor – TSV Langstadt
Im Sonntagsspiel geht es für Kolbermoor im Fernduell mit Weinheim noch um den vierten Play-off-Platz, wobei den Oberbayern ein Remis bereits genügen würde. Man kann damit rechnen, dass der Gastgeber vor gewiss 250, vielleicht sogar 300 Fans alles hineinwerfen wird, um zu punkten. Mit der 19-jährigen deutschen Nationalspielerin Annett Kaufmann verfügt man über eine sehr starke Spitzenspielerin, deren 18:4-Bilanz Bände spricht. Allerdings musste Kaufmann beim World Cup in der Gruppenphase verletzungsbedingt aufgeben. Im Augenblick sieht es nicht nach einem Einsatz der Unterschiedsspielerin aus.
Im vorderen Paarkreuz dürfte jedenfalls die Japanerin Manami Imaeda aufschlagen, die zuletzt, beim Remis in Weinheim, mit zwei Einzelsiegen überzeugte. Für die weiteren Positionen stehen die Russin Alina Zavarykina, die Serbin Tijana Jokic sowie die junge deutsche Abwehrspielerin Lisa Wang zur Verfügung.
Auch hier gilt, dass die Chancen der Gäste im hinteren Paarkreuz am größten sein dürften. Sollte Orawan Paranang zum Einsatz kommen, ist natürlich auch vorne einiges möglich. Im Hinspiel zeigten die Hessinnen beim 6:3-Erfolg eine ihrer bisher stärksten Saisonleistungen, wobei Paranang Kaufmann recht deutlich bezwingen konnte.
Dr. Michael Fuchs, Abteilungsleiter und Cheftrainer des SV DJK, äußert sich zunächst zu der bevorstehenden Partie und dem Fernduell mit dem TTC 46 Weinheim: „Für uns steht das letzte reguläre Saisonspiel an, welches zugleich ein sehr herausforderndes und auch emotionales Spiel werden wird. Es wird sehr davon abhängen, wie Langstadt aufgestellt sein wird. Für uns ist Langstadt sehr unangenehm zu spielen, da sie mit Paranang eine Spielerin im Team haben, die für uns wahrscheinlich die am schwersten zu bezwingende Spielerin ist. Zusätzlich wären sie im hinteren Paarkreuz mit Franziska Schreiner, Chantal Mantz oder Sophia Klee sehr breit aufgestellt. Der Zweikampf mit Weinheim ist für mich noch komplett offen, speziell wenn wir das Spiel gegen Langstadt ohne Annett bestreiten müssen. Die Frage für mich ist, ob die Weinheimer ihre Chancen auf die Play-offs selbst schon abgeschrieben haben oder nicht.“ Zu Annett Kaufmann weiß Fuchs zu berichten: „Die Verletzung von Annett beim World Cup ist leider etwas gravierender als erhofft. Sie hat von den Ärzten vorerst keine Freigabe bekommen und wird am Sonntag beim Spiel zwar vor Ort sein, aber leider nicht zum Einsatz kommen können.“
Fuchs erläutert ferner, weshalb es am Sonntag überaus emotional werden dürfte. Es ist nämlich auch ein Tag der Abschiede: „Am Sonntag werden wir offiziell Kristin Lang verabschieden, die ihre Bundesligakarriere nach jetzt zehn Jahren bei uns leider beenden wird. Kristin war unsere Galionsfigur über viele Jahre und hat wie keine andere über so einen langen Zeitraum für uns erfolgreich gespielt und das Team geführt. Es ist ein sehr großer Verlust für uns, aber für Kristin haben sich die Prioritäten in ihrem Leben verändert und deshalb wird dieser Schritt natürlich von uns zu 100 Prozent akzeptiert, auch wenn eine Zeit ohne Kristin für uns nur schwer vorstellbar ist. Sie bleibt aber natürlich weiterhin Teil der Kolbermoorer Tischtennisfamilie und wird uns hoffentlich auch in der Zukunft mit Rat und Tat zur Seite stehen. Mit Annett, die sich immer mehr zu einer absoluten Führungsspielerin und einer Identifikationsfigur für unseren Verein entwickelt, versuchen wir aktuell sozusagen den Generationswechsel zu vollziehen.“
Ein weiterer Abschied steht an: „Neben Kristin wird uns leider auch Lisa Wang zur kommenden Saison verlassen, die wir ebenfalls am Sonntag verabschieden wollen. Wir hätten Lisa sehr gerne bei uns behalten und ihr die Chance auf Weiterentwicklung geboten, aber mit dem Einstieg in die Kollegstufe und mehr Verpflichtungen im Hinblick auf das Abitur sind die Reisestrapazen nach Kolbermoor beziehungsweise der gesamte Aufwand neben der Schule so groß für sie, dass sie sich dazu entschieden hat, einen Verein näher an ihrem Wohnort zu suchen.“
Der Verein kündigt noch etwas Wichtiges für den Sonntag an – es gibt eben auch Begebenheiten und Situationen, die ungleich wichtiger sind als sportliche Erfolge. Auch hier lassen wir Dr. Fuchs zu Wort kommen: „Im Rahmen unseres Spiels am Sonntag richtet unsere Tischtennisabteilung zusammen mit der AKB (Aktion Knochenmarkspende Bayern) zusätzlich eine Typisierungsaktion aus – in der Hoffnung, für eine zum zweiten Mal an Leukämie erkrankte Kolbermoorerin einen passenden Stammzellenspender zu finden. Allen, die sich typisieren lassen, geben wir 50 Prozent Rabatt auf den Eintritt zum Bundesligaspiel.“

Das Spiel selbst kann man sich, wie üblich, auch im Livestream auf dem YouTube-Kanal des SV DJK Kolbermoor anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=q0a0sUXIYW0.
Beitragsbild oben: Der TSV Langstadt (v.l. Franziska Schreiner, Chantal Mantz, Sophia Klee, Izabela Lupulesku) könnte in seiner letzten Bundesligasaison auf der Oberbayern-Tour nicht nur den zweiten Platz in der Abschlusstabelle verbuchen, sondern auch Zünglein an der Waage im Fernduell Kolbermoor vs. Weinheim spielen (Foto: Dr. Stephan Roscher).
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