Ein Punkt noch: Berlin schlägt Langstadt
ttc berlin eastside – TSV Langstadt 6:3
Der ttc berlin eastside hat nach dem 6:3-Heimspielerfolg am Samstagabend gegen den TSV Langstadt den Spitzenplatz nach Abschluss der Punktrunde so gut wie sicher und könnte allenfalls noch theoretisch von den Hessinnen abgefangen werden. Glückt den Hauptstädterinnen ein Punktgewinn am Sonntag gegen Kolbermoor, wären sie auch rein rechnerisch nicht mehr einzuholen.
Langstadt war in überraschend starker Aufstellung angereist und hatte wider Erwarten sogar seine thailändische Spitzenspielerin Orawan Paranang mitgebracht, neben der Franziska Schreiner, Chantal Mantz und Sophia Klee an die Tische gingen. Der Gastgeber setzte auf Abwehr-Ass Yuka Kaneyoshi, Mia Griesel, Sabina Surjan und Josi Neumann.
In den Doppeln gab es das obligatorische 1:1, wie es zumindest in recht vielen Partien der Fall ist. Kaneyoshi/Griesel machten mit Schreiner/Mantz nicht viel Federlesens und siegten mit dreimal 11:4 viel deutlicher als erwartet. Paranang/Klee setzten sich am anderen Tisch mit 3:0 gegen Surjan/Neumann durch, wobei es da zumindest im ersten Durchgang (15:13) ziemlich eng zuging.
Vorne zeigte sich ein nicht unbekanntes Muster: Einen Satz gewährt Yuka Kaneyoshi ihren Gegnerinnen, sofern sie gut spielen. Bei Franziska Schreiner war es der dritte. Ansonsten ist das Abwehrspiel der Japanerin einfach zu dicht, deren 3:1-Erfolg letztlich nie in Frage stand. Orawan Paranang bekam es indes mit einer starken Mia Griesel zu tun, die sich gar nicht in ihr vermeintliches Schicksal fügen wollte und nach hauchdünn verlorenem erstem Satz (12:14) zwei Satzgewinne verbuchte, womit sie Langstadts Asiatin unter Zugzwang setzte. Den vierten Durchgang konnte Paranang gerade so in der Verlängerung gewinnen, die erst im Entscheidungssatz souverän agierte.
Hinten wusste die künftige Langenselbolderin Sophia Klee zu gefallen, die sich in einem spannenden Match ein wenig überraschend mit 3:2 gegen Sabina Surjan durchsetzte (7:11, 11:6, 10:12, 12:10, 11:9), während sich die junge Josi Neumann doch recht deutlich gegen Chantal Mantz behauptete, die nur im ersten Satz auf Augenhöhe war, ansonsten aber chancenlos blieb.
3:3 – doch dann war Berlin am Drücker, blieb zwar gefordert, machte aber doch relativ humorlos den Sack zu. Yuka Kaneyoshi gewann das Spitzeneinzel mit 3:1 (11:9, 7:11, 11:4, 12:10) und zeigte in dem sehenswerten Match, dass sie selbst vor einer Orawan Paranang keine Angst zu haben braucht. Mit der Verpflichtung der jungen Japanerin hat der ttc eastside letzte Saison einen geradezu genialen Griff gelandet. Anders ausgedrückt: Wer soll Kaneyoshi in der Bundesliga schlagen, wer kann das überhaupt? Potenziell sicher nur ganz, ganz wenige. „Franzi“ Schreiner, über deren sportliche Zukunft wir noch nichts wissen, legte im Duell der Zweier gegen Mia Griesel sehr engagiert los (11:9, 11:2), konnte Tempo und Rhythmus jedoch nicht halten und musste mit anschauen, wie die 19-jährige Berlinerin immer besser ins Spiel fand und sich die nachfolgenden drei Durchgänge noch souverän sicherte (11:3, 11:7, 11:5). Sabina Surjan konnte schließlich den Sieg ihres Teams perfekt machen durch ein 3:1 über Chantal Mantz in einem umkämpften Match, das die serbische Linkshänderin mit 11:9, 14:12, 10:12, 11:9 über die Ziellinie brachte.

Orawan Paranang steuerte zwar je einen Punkt im Doppel und Einzel bei, den entscheidenden Kick konnte sie ihrem Team aber nicht geben (Foto: Dr. Stephan Roscher).
“Wir haben uns beim Favoriten teuer verkauft“, konstatierte Langstadts Sportlicher Leiter Manfred Kämmerer. „Wenn alles optimal läuft, wäre vielleicht noch mehr möglich gewesen. Punkte für die Play-off-Teilnahme müssen wir aber sicher gegen andere Gegner holen.“
eastside-Manager Andreas Hain nahm den neunten Sieg im neunten Spiel gelassen zur Kenntnis und zeigte sich nicht einmal sonderlich zufrieden mit dem Auftritt seiner Spielerinnen: „Das war jetzt wirklich ein ganz schwaches Bundesliga-Spiel, wirklich niemand hat gut gespielt. Letztlich war es für uns ein Arbeitssieg und es ist schön zu sehen, dass wir sogar ohne unsere Nummern zwei, drei und vier gegen den Tabellendritten gewinnen können. Damit sollte der erste Platz gesichert sein.“
Wir wollten es ganz genau wissen und haben nachgerechnet: Vor dem Sonntagsspiel gegen den SV DJK Kolbermoor (13 Uhr, Heyse25), ist Berlin Spitzenreiter mit 18:0 Punkten, Langstadt Tabellendritter mit 12:6 Punkten. Alle anderen Teams haben sieben und mehr Minuspunkte, also könnte lediglich noch Langstadt den Triple-Aspiranten einholen, vorausgesetzt es gewinnt seine drei restlichen Partien. Gewännen die Hessinnen diese alle mit 6:0, käme man am Ende auf 18:6 Punkte und eine Spieledifferenz von +28. Verlöre der ttc eastside seine restlichen drei Partien allesamt mit 0:6, was natürlich nur hypothetischer Natur ist, käme man ebenfalls auf 18:6 Zähler, aber auf ein Spielverhältnis von +19. Daraus folgt, dass der Hauptstadtklub am Sonntag gegen Kolbermoor noch einen Punkt benötigt, um vorzeitig als Sieger der regulären Punktrunde festzustehen. Die Bayern werden sich dagegen stemmen, benötigen sie doch ihrerseits jeden Punkt im Kampf um die begehrten Play-off-Tickets.
Beitragsbild oben: Josi Neumann wusste zu gefallen und ließ Chantal Mantz keine Chance (Foto: Benedikt Probst).
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