Berlin will Viertelfinale eintüten
Vorweihnachtliches Champions-League-Highlight in der Hauptstadt
Samstag, 18 Uhr: ttc berlin eastside – Saint-Dennis TT 93
Mit zwei überzeugenden Siegen ist Titelverteidiger ttc berlin eastside in die Gruppenphase der diesjährigen Champions League gestartet. Aufgrund des starken Kaders und der bisher tadellosen Leistungen gilt man als Favorit auf den Gruppensieg in der „Killergruppe“ C, doch in trockenen Tüchern ist das noch nicht. Am Samstag könnte man aber in heimischer Halle den Gruppensieg sowie das Viertelfinale eintüten, das die beiden besten Teams erreichen. Dazu müssen „nur“ die Französinnen aus dem zehn Kilometer nördlich von Paris gelegenen Saint-Denis geschlagen werden.
Trotz der beiden souveränen Auftritte in den Hinspielen gegen die Franzosen (3:0) und Linz AG Froschberg (3:1) ist man aufgrund des etwas eigentümlichen Punktbewertungssystems der ETTU noch nicht am Ziel – zwei Punkte werden für einen Sieg vergeben, jedoch auch der jeweilige Verlierer erhält einen Punkt. Somit könnte Berlin (4 Punkte) noch von Saint-Denis (3 Punkte) und sogar noch von Linz Froschberg (2 Punkte) eingeholt werden, obwohl letzteres bisher lediglich Niederlagen kassiert hat. Mit einem Sieg im Rückspiel gegen Saint-Denis am Samstag in der „Heyse25“ wären aber die letzten theoretischen Zweifel beseitigt und das Viertelfinale wäre dann selbstverständlich in trockenen Tüchern.
Reisen die Französinnnen in der Besetzung des Hinspiels an und verlegen sich ganz darauf, am Ende Platz zwei vor Linz abzusichern, ist der Hauptstadtklub, der gewiss eine sehr starke Aufstellung an den Start bringen wird, eindeutiger Favorit. Ist jedoch Fan Siqi, dabei, die im Hinspiel fehlte, könnte es eine ganz enge Kiste werden. Und die Chance ist sehr groß, dass die Weltklasse-Chinesin mit der fulminanten Rückhand in Berlin aufläuft. Die Partie in Linz, die die Franzosen nicht zuletzt aufgrund der beiden Siege Fans mit 3:1 gewannen, fand schließlich erst am Mittwochabend statt – und wenn sie schon mal da ist, wird sie gewiss auch noch ein paar Tage bleiben.
Man muss mit der Besetzung Fan Siqi, Prithika Pavade, Hana Arapovic kalkulieren – auch die erfahrene niederländische Defensivspielerin Li Jie könnte zum Einsatz kommen. Und gegen ein solches Trio gewinnt kein Team der Welt im Schongang, auch der ttc eastside nicht. Andererseits ist der Hauptstadtklub gerade in der Königsklasse vom Kader so gut besetzt, dass er jedem noch so starken Gegner viel Substanz entgegensetzen kann.
So könnte man etwa neben Nina Mittelham und Xiaona Shan wieder die Top-Japanerin Miyuu Kihara ins Rennen schicken, aber auch ein Einsatz der Chinesin Liu Weishan wäre denkbar. Eine Asiatin wird auf jeden Fall spielen, die Wahl könnte indes auch auf die jüngste und kleinste im Bunde, die japanische Abwehr-Strategin Yuka Kaneyoshi fallen, die in der Bundesliga regelmäßig die Fans begeistert. Und im Zweifel sind ja auch noch Natalia Bajor, Sabina Surjan und Mia Griesel echte Optionen mit realistischen Siegchancen und alles andere als potenzielle Lückenfüller.
Man darf sehr gespannt sein und sollte nicht den Heimvorteil unterschätzen. Recht viele Fans werden im Berliner Tischtennis-Tempel „Heyse25“ den ttc eastside mächtig anfeuern und die Spielerinnen dazu bringen, auch das letzte Quäntchen aus sich herauszukitzeln.
„Das Match gegen Saint-Denis wird sicherlich sehr anspruchsvoll“, ist Berlins Manager Andreas Hain überzeugt. „Man darf sich vom 3:0 im Hinspiel nicht blenden lassen. Wenn Saint-Denis mit seiner Topchinesin antritt, haben wir es sehr schwer und müssen alles raushauen, was geht. Wir werden eine unserer Asiatinnen einsetzen und dann mal schauen, wie wir die einzelnen Paarungen treffen.“
HINSPIEL 11.11.2025
Saint-Denis TT 93 – ttc berlin eastside 0:3
Prithika Pavade – Nina Mittelham 0:3 (6:11, 6:11, 5:11)
Hana Arapovic – Miyuu Kihara 0:3 (6:11, 8:11, 7:11)
Li Jie – Xiaona Shan 1:3 (11:8, 5:11, 9:11, 6:11)
HINSPIEL 16.11.2025
ttc berlin eastside – Linz AG Froschberg 3:1
Yuka Kaneyoshi – Britt Eerland 3:0 (11:6, 11:1, 11:4)
Natalia Bajor – Suthasini Sawettabut 1:3 (6:11, 8:11, 11:8, 6:11)
Shan Xiaona – Andrea Pavlovic 3:0 (11:6, 11:6, 11:9)
Yuka Kaneyoshi – Suthasini Sawettabut 3:0 (11:9, 11:9, 11:8)
Beitragsbild oben: Die 19-jährige Yuka Kaneyoshi wäre ohne Weiteres stark genug, um gegen Saint-Denis auf der Spitzenposition aufzulaufen. Wir rechnen allerdings eher damit, dass die Wahl auf Miyuu Kihara oder Liu Weishan fällt (Foto: Dr. Stephan Roscher).
Links
Riesenschritt in Richtung Viertelfinale
Zu den Ansetzungen und Ergebnissen auf ETTU.org
Mission Titelverteidigung: Startschuss in Paris
ttc berlin eastside schreibt Tischtennis-Geschichte
ttc berlin eastside gewinnt die Champions League
Ein Spiel noch trennt Berlin von Europas Krone
berlin eastside will zum sechsten Mal Europas Krone
ttc berlin eastside stößt Titelverteidiger vom Sockel und zieht ins Champions-League-Finale ein