ttc berlin eastside in Galaform: Keine Chance für Rzeszów

Von Stephan Roscher|Februar 15, 2026|champions league

Titelverteidiger löst Final-Four-Ticket

ttc berlin eastside – PGE Fibrain Ku AZS Politechnika Rzeszów 3:0

Der ttc berlin eastside sicherte sich am Samstagabend mit einem glatten 3:0-Sieg im Rückspiel gegen PGE Fibrain KU AZS Politechnika Rzeszów aus Polen den Einzug ins Final Four der ETTU Champions League der Frauen. Der Rekordtitelträger aus der Hauptstadt gewann nicht einfach nur ein Spiel, sondern brannte ein wahres Feuerwerk ab und versetzten die Fans in Verzückung. Nach dem am Donnerstag mit 3:1 gewonnenen Hinspiel in Polen, ließ Berlin in der heimischen „Heyse25“ von Anfang an keinen Zweifel aufkommen, wer das Sagen hatte.

Allerdings verspricht die erstmals in Form eines Final-Four-Turniers ausgetragene Titelentscheidung am 23./24. Mai alles andere als einfach zu werden, denn da wird man so gefordert sein wie noch nie in dieser Saison. Das Event findet nämlich in der „Höhle des Löwen“ statt, im polnischen Tarnobrzeg, und dort trifft man gleich im Halbfinale auf das mit der Weltklasse-Chinesin He Zhuojia und Abwehr-Ass Han Ying erstklassig besetzte Team des Gastgebers und heißen Titelfavoriten – neben Berlin natürlich.

Doch das hat noch über ein Vierteljahr Zeit, wir lenken den Blick nochmals auf das Viertelfinal-Rückspiel. Was die junge Abwehrstrategin Yuka Kaneyoshi kann, wissen wir längst, doch auf internationaler Bühne ist das noch nicht so bekannt. Wer Kaneyoshi, die im Hinspiel eindeutig Berlins Matchwinnerin war, schon einmal spielen gesehen hat, wundert sich nicht, dass die Polin Ilona Sztwiertnia gegen Kaneyoshi von Anfang an auf verlorenem Posten stand und kaum einen Stich machte. Das virtuose Defensivspiel von Berlins Japanerin überforderte ihre Gegnerin sichtlich, die folgerichtig mit 2:11, 7:11 ud 6:11 den Kürzeren zog.

Dass das zweite Match gegen die Ex-Bundesligaspielerin und frühere Europameisterin Li Fen schwieriger werden würde, war auch vorher schon jedem klar gewesen. Nina Mittelham musste gegen die Asiatin mit schwedischem Pass in die Box und verlor sogleich den ersten Satz mit 4:11. Die deutsche Nationalspielerin fand nachfolgend jedoch immer besser in ihren Rhythmus und zeigte ihrer erfahrenen Gegnerin zunehmend die Grenzen auf, ihre präzisen Angriffsschläge zwangen Li zu einer Beweglichkeit, wie man sie als 49-Jährige einfach nicht mehr über vier Sätze durchhält. Am Ende konnte sie fast nur noch reagieren und musste schließlich Mittelhams verdienten 3:1-Erfolg anerkennen.

Nun war Sabine Surjan, diesmal für Xiaona Shan ins Team gerückt, an der Reihe und konnte den Sack zumachen. Ihre Gegnerin Zuzanna Wielgos war immerhin mit der Empfehlung des Hinspiel-Sieges gegen Shan angereist. Man durfte gespannt sein. Doch die Sache wurde deutlicher als ursprünglich gedacht. Nach einem klar gewonnenen ersten Satz, wurde es im zweiten Durchgang enger, doch Surjan zeigte sich nervenstark und legte eine 2:0-Satzführung vor. Wielgos konnte zwar auf 1:2 verkürzen, doch Surjan reagierte darauf mit einem perfekten vierten Satz, der mit einem unfassbaren 11:0 endete. Das Final Four war eingetütet, die Freude entsprechend groß.

„Ich bin einfach überglücklich, dass wir gewonnen haben und früh mit 2:0 in Führung gehen konnten, was für uns entscheidend war“, sagte Nina Mittelham. „Ich freue mich auch, dass Sabina spielen konnte und eine wirklich gute Leistung gezeigt hat. Besonders stolz bin ich auf sie, wie sie den letzten Satz mit 11:0 gewonnen und bis zum allerletzten Punkt gekämpft hat.“

Sabina Surjan selbst äußerte sich enbefalls nach getaner „Arbeit“: „Nach dem 3:1 im Hinspiel war es wichtig für uns, heute zwei Spiele zu gewinnen. Yuka und Nina haben ihre Aufgabe perfekt erfüllt und die zwei benötigten Punkte geholt. Ich habe dann das dritte Spiel bestritten und bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Wir sind glücklich und blicken nach vorn.“

eastside-Manager Andreas Hain war hochzufrieden mit der Performance seines Trios: „Das war mal eine konzentrierte Angelegenheit unserer Mannschaft. Insbesondere Sabina Surjan hat gezeigt, warum sie heute den Vorzug vor Xiaona Shan erhalten hat. Sie hat Wielgos demontiert und im letzten Satz bei ihrem 11:0-Erfolg ein Feuerwerk abgefeuert, das alle von den Sitzen gerissen hat! Auch Nina hat gegen Li Fen immer cleverer agiert und sich einen schönen Erfolg herausgearbeitet. Jetzt geht es im Halbfinale gegen Tanobrzeg, mal schauen wie es in diesem Jahr ausgeht …….“.

So seh’n Sieger aus: Team des ttc berlin eastside kurz nach Spielende, v.l. Yuka Kaneyoshi, Sabina Surjan, Nina Mittelham, Xiaona Shan (Foto: Ronny Pabst).

ttc berlin eastside – PGE Fibrain Ku AZS Politechnika Rzeszow 3:0

  • Yuka KANEYOSHI – Ilona SZTWIERTNIA 3:0 (11:2, 11:7, 11:6)
  • Nina MITTELHAM – LI Fen 3:1 (4:11, 11:9, 11:9, 11:6)
  • Sabina SURJAN – Zuzanna WIELGOS 3:1 (11:4, 11:9, 9:11, 11:0)

Hinspiel am Donnerstag:

PGE Fibrain KU AZS Politechnika Rzeszów – ttc berlin eastside 1:3

  • Zuzanna WIELGOS – Xiaona SHAN 3:2 (4:11, 11:7, 4:11, 11:9, 6:2)
  • Fen LI – Yuka KANEYOSHI 1:3 (6:11, 11:7, 5:11, 13:15)
  • Ilona SZTWIERTNIA – Nina MITTELHAM 0:3 (5:11, 3:11, 9:11)
  • Zuzanna WIELGOS – Yuka KANEYOSHI 0:3 (6:11, 8:11, 9:11)

Die komplette Partie kann man hier nochmals anschauen:

Beitragsbild ganz oben: Nina Mittelham in emotionaler Pose (Foto: Ronny Pabst).

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