Spannendes Derby endet mit Punkteteilung

Von Stephan Roscher|Oktober 1, 2023|bundesliga

TTC 1946 Weinheim – TSV Langstadt 5:5

Es war die vierte Partie in der 1. Bundesliga Damen und das erste Unentschieden der laufenden Saison. Mit einem Remis, mit dem beide Seiten recht gut leben können, trennten sich Vizemeister TTC 46 Weinheim und der TSV Langstadt am Sonntagnachmittag nach einem spannenden Derby. Nach fast vier Stunden Spieldauer und fast ausgeglichenen Sätzen und Bällen sicher ein leistungsgerechtes Ergebnis. Allerdings hatten die Gastgeberinnen vor dem letzten Durchgang mit 5:3 in Front gelegen, sodass man dem Sieg schon relativ nahe gewesen schien.

“Das Unentschieden hat sich irgendwie von Anfang an abgezeichnet“, analysierte der Sportliche Leiter der Südhessen, Manfred Kämmerer. „Weinheim vorne, wir hinten einen Tick besser. Somit ein gerechtes Ergebnis.“

Die Nordbadener, nur 65 Kilometer von Langstadt entfernt beheimatet, mussten wie schon beim 3:6 in Jena ohne ihre Spitzenspielerin Bruna Takahashi auskommen, deren Schulterverletzung einen Einsatz noch nicht zuließ. Doch diesmal zeigten sie sich von Anfang an hellwach und boten den 170 Fans gutes Tischtennis.

Die Gäste boten überraschend doch Rückkehrerin Cheng Hsien-Tzu auf, die rechtzeitig aus Taiwan zurückgekehrt war. Cheng konnte jedoch noch nicht glänzen und ging leer aus. Immerhin konnte man somit aber endlich wieder ein komplettes Team ohne Ersatz in die Box schicken. Etwas, das man in der gesamten Saison 2022/23 nicht erlebt hatte.

Die Weinheimerinnen spielten gut und engagiert, sie waren sichtlich um Wiedergutmachung für Jena bestrebt. Doch der TSV konnte immer wieder dagegenhalten und eben die beiden letzten Einzel für sich verbuchen.

Beste Spielerin war auf Weinheimer Seite eindeutig Yuan Wan, die ihren Gegnerinnen Cheng Hsien-Tzu und Chantal Mantz zwar jeweils einen Satzgewinn gönnte, diese jedoch ansonsten gut im Griff hatte. Auch die erneut ins Spitzenpaarkreuz aufgerückte Mateja Jeger wusste zu gefallen. Einer hauchdünnen Niederlage gegen Chantal Matz (10:12 im fünften Satz) stand ein klarer Erfolg gegen Cheng gegenüber. Sophia Klee zeigte sich gegenüber dem Jena-Spiel ebenso stark verbessert und punktete immerhin gegen die Serbin Izabela Lupulesku, deren Langstadt-Debüt ansonsten als gelungen bezeichnet werden kann. Klee war auch gemeinsam mit Yuan Wan im Doppel erfolgreich: Cheng/Schreiner wurden in fünf Durchgängen bezwungen.

Am überzeugendsten präsentierte sich bei den Gästen Franziska Schreiner, die sich in einer starken Frühform zeigte und beide Einzel gewann. Die 21-jährige deutsche Nationalspielerin gab Daria Trigolos sowie Sophia Klee das Nachsehen. Da Cheng spielte, konnte sie im hinteren Paarkreuz aufschlagen, was dem Gästeteam natürlich zugute kam. Chantal Mantz siegte – wie schon erwähnt – hauchdünn gegen Jeger, Neuzugang Izabela Lupulesku steuerte einen Erfolg im Doppel an der Seite von Mantz (3:1 gegen Jeger/Trigolos, dritter Satz 23:21!) sowie am Ende gegen Trigolos den wichtigen Punkt zum Remis bei.

„Ohne Bruna Takahashi, hätte ich vor dem Spiel ein 5:5 unterschrieben“, versichert Manager Christian Säger. „Yuan Wan überragend. Mateja Jeger gewinnt gegen die Nummer eins vorne deutlich. Gegen Mantz ein super Match, leider 9:11 im Fünften verloren. Sophia Klee stark verbessert gegenüber Jena und Trigolos leider zu nervös gegen allerdings auch gute Gegner.“ Sägers Fazit: „Wir können mit dem Punkt gut leben und hoffen, in 14 Tagen gegen Kolbermoor wieder mit Takahashi antreten zu können.“

Yuan Wan wusste im Derby zu gefallen und vertrat Bruna Takahashi auf der Spitzenposition würdig (Foto Roscher).

Auch auf Langstädter Seite zeigte man sich zufrieden, wohl wissend, dass man am kommenden Samstag bei der Heimpremiere gegen Serienmeister ttc berlin eastside eine Schippe drauflegen muss, um nicht unterzugehen.

„Es war ein gutes Spiel und fast jedes Match hätte auch andersherum ausgehen können“, sagte „Franzi“ Schreiner. „Mit meiner eigenen Leistung war ich schon recht zufrieden. Ich hoffe, diese Form in den nächsten Wochen halten beziehungsweise am besten noch ausbauen zu können.“ Einverstanden mit der Punkteteilung war auch Langstadts neue Trainerin Anna Rauch: „Es war ein gerechtes Ergebnis. Wir haben gute und spannende Spiele gesehen. Weinheim war auch ohne Takahashi stark.“ Rauchs Einzelkritik: „Bei uns hat vor allem Franzi überzeugt. Chantal hat das wichtige Match gegen Jeger nach Hause gebracht und Izabela hat ihr Doppel gewonnen und den entscheidenden Punkt gegen Trigolos geholt. Cheng war noch nicht wieder in alter Verfassung, ich bin aber überzeugt, dass sie sich noch steigern wird. Die Spielerinnen haben zu diesem frühen Saisonzeitpunkt noch nicht alle ihre Bestform gezeigt. Doch das wird sich hoffentlich im Lauf der kommenden Spiele ändern.“ „Natürlich haben alle Spielerinnen noch Steigerungspotenzial, aber das ist zu Beginn der Saison ja auch normal“, bekräftigte abschließend Manfred Kämmerer.

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Beitragsbild oben: Guter Saisonauftakt für Franziska Schreiner (Archivfoto Roscher).

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