Kolbermoor schlägt Liganeuling Langenselbold und übernimmt Tabellenführung
SV DJK Kolbermoor – TG Langenselbold 6:2
Eine durchaus spannende Samstagspartie in der 1. Bundesliga Damen endete mit einem vom Ergebnis her klaren 6:2-Erfolg des neuen Spitzenreiters Kolbermoor gegen Liganeuling Langenselbold. Die meisten Matches waren aber ziemlich umkämpft. Mit etwas mehr Glück hätten die Gäste aus Hessen sogar noch zu einem Remis kommen können.
Bei Kolbermoor überragte erneut das Spitzenpaarkreuz mit Annett Kaufmann und der Taiwanerin Chen Chi-Shiuan mit der vollen Ausbeute von vier Siegen, während für Langenselbold, das erneut ohne die verletzte Schwedin Matilda Hansson antreten musste, lediglich Lorena Morsch (3:1 gegen Enisa Sadikovic) einen Einzelpunkt verbuchen konnte. Zudem punktete für die TGL das Doppel Sally Moyland/Sophia Klee, das nach hartem Kampf gegen Annett Kaufmann und Enisa Sadikovic mit 13:11 im Entscheidungsdurchgang die Nase vorne hatte. In den Einzeln hatte Spitzenspielerin Moyland diesmal einen schweren Stand. Phasenweise auf Augenhöhe, konnte sie gegen Chen und Kaufmann jeweils nur den zweiten Satz auf der Habenseite verbuchen.
Beide Teams werden auch am Sonntag gefordert sein: Langenselbold wird sich mit Vizemeister Dachau duellieren wird, Kolbermoor tritt zum erst Mal überhaupt zum Derby in Fürstenfeldbruck an. Ein Start mit 6:0 Punkten wäre natürlich traumhaft für den SV DJK, doch der Aufsteiger mit dem starken Kader wird dies, gerade vor den eigenen Fans, zu verhindern suchen.
Kolbermoors Cheftrainer Dr. Michael Fuchs fiel erst einmal ein Stein vom Herzen: „Ein wichtiger Sieg für uns, der mit 6:2 vom Ergebnis klarer scheint, als er war. Es war ein sehr spannendes Mannschaftsspiel mit vielen engen Spielen, die wir in den meisten Fällen glücklicherweise für uns entscheiden konnten.“ Diesmal war auch der Auftakt besser als beim 6:4 über den ttc berlin eastside: „Endlich konnten wir mal ein Doppel gewinnen. Sogar ein 2:0 wäre möglich gewesen – im vierten Satz konnten Annett und Enisa einen Matchball nicht nutzen.“
Das vordere Paarkreuz performte erneut grandios, hinten ging es enger zu: „Ein großes Lob geht natürlich an Annett und Chi-Shiuan, die erneut die volle Ausbeute an Punkten im oberen Paarkreuz einfahren konnten. Das entscheidende Spiel für mich war allerdings das zwischen Alina und Sonja Roggenhofer, wo ich ehrlich gesagt im Vorfeld nicht gedacht hätte, dass es ein so enges und umkämpftes Spiel werden könnte.“ Fuchs präzisierte: „Unser Plan war ganz klar, dass wir, wenn Langenselbold wieder ohne Matilda Hansson spielen sollte, die Punkte gegen die Ersatzspielerin holen müssen. Im Doppel hat das relativ gut geklappt, aber im Einzel hat Sonja vor allem mental Alina von Anfang an den Schneid abgekauft, wie man es oldschool sagen würde. Auch der fünfte Satz hat nicht gut für Alina ausgesehen, es stand 6:9. Umso mehr muss man Alina Respekt zollen, dass sie dran geblieben ist und den Satz noch gedreht hat. Bei einem Spielstand von 3:3 wären Annett und Chi-Shiuan sicher auch etwas angespannter in ihre Spiele gegangen.“
Fazit samt Ausblick des Kolbermoorer Tischtennislehrers: „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Spielerinnen und vor allem der Teamspirit ist wirklich top gewesen, ebenso die Unterstützung unserer Zuschauer – vielleicht hat das am Ende dann auch den kleinen Unterschied gemacht, wodurch wir in den entscheidenden Situationen die engen Dinger gewinnen konnten. Morgen geht es direkt weiter gegen Fürstenfeldbruck, den nächsten Aufsteiger, wo wir genau so konzentriert und gut vorbereitet ins Spiel gehen werden wie heute.“

Die 18-jährige Lorena Morsch konnte den einzigen Einzelpunkt für die Hessen erspielen (Foto: Dr. Stephan Roscher).
Langenselbold wurde gewiss einen Tick unter Wert geschlagen – das Glück vom Weil-Spiel, wo man alle engen Matches ins Ziel brachte, wiederholte sich diesmal nicht. „Da war mehr drin, es war ein gutes, spannendes Spiel und insgesamt eine gute Leistung der gesamten Mannschaft“, so der Vorstandsvorsitzende Matthias Leißner. „Es waren ein paar sehr enge Matches dabei, es hätte sogar noch ein 5:5 geben können. Sonja lag gegen Zavarykina mit 9:6 im fünften Satz vorne, hätte sie gewonnen, hätte uns vielleicht das letzte Match noch den Punkt gebracht, wo sie gegen Sadikovic gespielt hätte. Lorena war stark, ihr hätte ich auch einen Sieg gegen Zavarykina zugetraut. Auf jeden Fall haben wir uns gut verkauft.“ Nun liegt die nächste hohe Hürde vor den Hessen: „Es wird sicher nicht leichter morgen in Dachau, wir werden aber wieder alles versuchen und bleiben demütig.“
1. Bundesliga Damen am Sonntag
TuS Fürstenfeldbruck – SV DJK Kolbermoor (12 Uhr)
TTC 46 Weinheim – ESV Weil
TSV Dachau 65 – TG Langenselbold (beide 14 Uhr)
Beitragsbild ganz oben: SV DJK Kolbermoor mit bisher makellosem Saisonstart (Bild: Verein).
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