Kolbermoor, Dachau und Weinheim im Vorwärtsgang – Deutliche Ergebnisse am Sonntag im Damen-Oberhaus
Der SV DKJ Kolbermoor gewinnt auch bei Aufsteiger TuS Fürstenfeldbruck mit 6:2 und baut die Tabellenführung aus. Wie schon tags zuvor in Kolbermoor, kann die TG Langenselbold auch bei Vizemeister TSV Dachau 65 wenig ausrichten und unterliegt mit 2:6. Gegen einen ersatzgeschwächten ESV Weil hat der TTC 46 Weinheim wenig Mühe und schickt den Gast mit einer 1:6-Niederlage nach Hause.
TuS Fürstenfeldbruck – SV DJK Kolbermoor 2:6
Die Fürstenfeldbrucker Bundesligapremiere verlief enger, als es das „nackte“ Ergebnis ausdrückt. Mit etwas mehr Glück seitens des Gastgebers wäre auch eine Punkteteilung nicht ausgeschlossen gewesen. Kolbermoor indes spielte es mit breiter Brust herunter – mit 4:0 Punkten im Rücken ist eben das Selbstvertrauen größer – und gewann natürlich verdient, wenn auch einen Tick zu hoch.
Die 120 Zuschauer – man hatte auf etwas mehr gehofft, doch die werden gewiss noch kommen, wenn sich erst herumgesprochen hat, dass der TuS tollen Tischtennissport zu bieten hat -, erlebten sehenswerten, hochklassigen Sport und kamen voll auf ihre Kosten. Auch wenn sie sich in der großen Mehrzahl ein anderes Ergebnis gewünscht hätten.
Dass Kolbermoor – eigentlich recht ungewöhnlich – mit einer 2:0-Führung aus den Doppeln ging (deutliche Siege von Kaufmann/Sadikovic und Chen/Jokic) war fast schon die halbe Miete für den Spitzenreiter. Annett Kaufmann erwies sich erneut als Bank und bezwang Franziska Schreiner und ihre vormalige Teamkollegin Huang Yu-Chiao, beide jeweils in vier Sätzen. Alina Zavarykina, die 3:0 gegen Fürstenfeldbrucks Ersatzspielerin aus der 3. Liga Janine Hanslick siegte – Iryna Motsyk stand nicht zur Verfügung – und Chen Chi-Shiuan mit einem hauchdünnen 3:2 über „Franzi“ Schreiner sorgten für die weiteren Punkte der Gäste in diesem erstmals ausgetragenen Bayern-Derby.
Für den Aufsteiger waren Huang Yu-Chiao (3:1 im Taiwan-Duell gegen Chen Chi-Shiuan) sowie eine überzeugend aufspielende Chantal Mantz (3:0 gegen Enisa Sadikovic) erfolgreich.
TSV Dachau 65 – TG Langenselbold 6:2
Bis zum 2:2 hielt der Liganeuling aus Hessen gut mit, doch dann gab der Vizemeister der Saison 2025/26 richtig Gas und büßte in den nachfolgenden vier Einzeln lediglich noch einen Satz ein. Mit dieser eindrucksvollen Performance setzten die Oberbayern gleich in ihrem Auftaktspiel das Signal, dass man mit ihnen auch in dieser Saison rechnen muss.
Eine Sabine Winter in toller Frühform (jeweils ganz glatte 3:0-Erfolge gegen Sophia Klee und Sally Moyland) sowie ein starkes hinteres Paarkreuz, in dem Dora Cosic hervorstach, die Lorena Morsch in vier Durchgängen schlug, waren die Eckpfeiler des Sieges. Für Dachau punkteten vor 110 Fans ferner die junge Koharu Itagaki (3:0 gegen Sonja Roggenhofer) sowie das Doppel Winter/Cosic (3:1 gegen Morsch/Roggenhofer.
An beiden Langenselbolder Punkten war US-Girl Sally Moyland beteiligt. An der Seite von Sophia Klee – eine grandios funktionierende Kombination – gewann die 19-Jährige nun bereits ihr drittes Doppel in dieser Saison (3:2 gegen Byun/Itagaki). Im Einzel konnte Moyland mit Seoyoung Byun immerhin die wohl ligabeste Defensivspielerin schlagen – aus einem 0:2-Satzrückstand machte die Spitzenspielerin der Hessen noch einen 3:2-Sieg. Insgesamt blieb „Selbold“ bei 8:22 Sätzen ein ganzes Stück weiter von einem Erfolg entfernt als am Vortag in Kolbermoor.
Ohne ihnen zu nahe zu treten, kann man schon sagen, dass die Gäste alles in allem bei den bärenstarken Dachauerinnen ein kleines bisschen Lehrgeld zahlen mussten. Dass die Oberbayern-Tour kein Zuckerschlecken werden würde, war ihnen aber auch vorher schon bekannt gewesen, wenngleich man auf etwas „freundlichere“ Ergebnisse, vielleicht sogar auf einen Punkt gehofft hatte.
TTC 1946 Weinheim – ESV Weil 6:1
Erfolgreicher Saisoneinstieg auch für den TTC 46 Weinheim. Es lief letztlich wie erwartet, da Weil ja im Vorfeld bereits angekündigt hatte, nicht nur auf die neue Spitzenspielerin Hoi Man Karen Lee, die in diesen Tagen für Hongkong bei den Asienspielen am Start ist, sondern auch auf Kornelija Riliskyte verzichten zu müssen – die Litauerin wurde von ihrem Verband zu den Nordeuropäischen Meisterschaften beordert.
Somit wurde es, wie im Vorfeld vermutet, schon eine recht einseitige Partie, wenngleich die 110 Zuschauer keineswegs gelangweilt waren, da sie schon das eine oder andere gute und umkämpfte Match zu sehen bekamen. Besonders das Duell der jungen Elisa Nguyen mit Weils Defensivkünstlerin Lea Lachenmayer hatte Spannung und Klasse. Lachenmayer gewann mit 13:11 im Entscheidungsdurchgang und sorgte damit für den Weiler Ehrenpunkt.
Für den TTC 46 waren dagegen Chien Tung-Chuan (3:1 gegen Andrea Pavlovic, 3:0 gegen Ievgeniia Sozoniuk), die für die nicht eingesetzte Yuan Wan an Position zwei vorgerückte Veronika Matiunina (3:1 gegen Sozoniuk) und die aus Bingen gekommene Shi Qi, die mit Weils Ersatzspielerin Emilia Träris kaum Mühe hatte. Zudem punkteten die Weinheimer Doppel Chien/Wan und Matiunina/Shi, wobei letztere sich gegen Sozoniuk/Pavlovic hauchdünn in der Verlängerung des fünften Satzes behaupten konnten.
Stimmen zu den Spielen folgen.
Beitragsbild oben: Erfolgreich in die Saison gestartet: TTC 46 Weinheim, aufgenommen am Samstag bei der Teampräsentation mit den Sponsoren, v.l. Chien Tung-Chuan, Yuan Wan, Shi Qi, Veronika Matiunina, Elisa Nguyen, Trainer Rainer Schmidt (Foto: Armin Schimkat).
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