Der Final-Showdown kann beginnen

Von Autor|Mai 15, 2019|bundesliga|0 Kommentare

Berlin und Kolbermoor duellieren sich um den Meistertitel / Finals im Sportdeutschland.TV-Livestream

Kolbermoor/Berlin. Nach einer spannenden Saison mit vielen engen, umkämpften Partien sind zwei Klubs übriggeblieben, die die Deutsche Meisterschaft 2018/19 untereinander ausspielen. Es sind die beiden großen Favoriten, die eigentlich jeder ganz vorne erwartet hat – doch auch sie waren gefordert und erhielten keine Geschenke auf dem Weg ins Finale. Titelverteidiger SV DJK Kolbermoor und der viermalige nationale Champion ttc berlin eastside kreuzen nun die Klingen.

Am kommenden Freitag und Sonntag – ein eventuell erforderliches drittes Match würde am 24. Mai ausgetragen – steht man sich gegenüber. Es werden spannende Duelle mit völlig offenem Ausgang erwartet. Vielleicht läuft es ähnlich wie letztes Jahr, als nach zwei Unentschieden erst das Entscheidungsspiel die Gewissheit brachte, dass Kolbermoor vor Bingen ins Ziel einlaufen würde.

Hoher Druck auf Berlin

Wie stark die Truppe aus dem oberbayerischen Landkreis Rosenheim mit Liu Jia ist, hat sie erst am 6. Januar unter Beweis gestellt, als sie im Finale des Pokal Final Four die Hauptstädterinnen in der Höhle des Löwen mit 3:1 besiegte. Damals punktete „Susi“ gegen Shan Xiaona (3:2) und Nina Mittelham (3:0), während Kristin Lang der wichtige Auftaktsieg über Georgina Pota (3:2) gelang. Für das Heimteam hatte lediglich Matilda Ekholm (3:1 gegen Sabine Winter) ein Match gewinnen können. Natürlich haben Pota, die gerade nach tollen Leistungen die Slovenia Open gewann, und ihre Kolleginnen noch eine Rechnung offen und wollen auch die Revanche für den Pokalwettbewerb.

Der Druck, der auf Berlin lastet, ist sicher etwas größer, da der ttc eastside neben dem Pokal auch in der Champions League gescheitert ist, wenngleich mit ungeheurem Pech im Halbfinalrückspiel. Wenn eine so starke Mannschaft am Ende einer Saison mit vielen überzeugenden Auftritten ganz mit leeren Händen dastehen würde, wäre das fast schon tragisch.

Kolbermoor in Punktrunde chancenlos

Kolbermoor hat dagegen bereits einen Titel gewonnen und kann die Duelle etwas gelassener angehen. In der Punktrunde hatte man beide Male keine Chance (1:6 und 2:6), doch da stand „Susi“ nicht zur Verfügung, die immer noch so stark ist, dass sie an guten Tagen jeder Partie ihren Stempel aufdrücken kann. Und gerade in Finalsituationen spielt sie meistens sehr gut. Andererseits ist Berlin auf allen vier Positionen so stark und ausgeglichen besetzt, dass man eigentlich vor keinem Gegner in ganz Europa Angst haben muss. Beste Voraussetzungen für einen Tischtennis-Thriller in mehreren Folgen.

In den Play-off-Halbfinals war Berlin gegen bissige Langstädterinnen durchaus gefordert, besonders im Hinspiel in Hessen (6:4), zeigte allerdings in der zweiten Partie in heimischer Halle (6:2) eine extrem starke Leistung. Kolbermoor musste gegen Bad Driburg weniger hart für den Finaleinzug arbeiten (6:2 und 6:1), was aber auch der plötzlichen Erkrankung von TuS-Spitzenspielerin Britt Eerland geschuldet war, die ihrem Team im Rückspiel nicht zur Verfügung stand.

Beide Teams in Bestbesetzung

Beide Teams werden in den Endspielen in Topbesetzung auflaufen. „Um unsere Aufstellung müssen wir kein Geheimnis machen. Nana, Gina, Nina, Matilda und Kathrin werden alles daran setzen, den Meistertitel zurück an die Spree zu holen“, erklärt Berlins Trainerin Irina Palina. „In solchen Spielen kann das Publikum Zünglein an der Waage spielen. Das haben wir in Berlin gerade in der Champions League immer wieder erlebt“, so ttc-Manager Andreas Hain mit Blick auf das Rückspiel am Sonntag. „Die Leistungskurve unserer Spielerinnen ging in den letzen Wochen nach oben. Ich rechne mit zwei spannenden, hochklassigen, engen Spielen. Wir haben auf jeden Fall das Potenzial, den Titel zu gewinnen.“  

Eines der Berliner Erfolgsdoppel: Matilda Ekholm (links) / Georgina Pota.

 „Natürlich ist der ttc berlin eastside nochmal ein anderes Kaliber als unser Halbfinalgegner und als Erster der Hauptrunde auch der vermeintliche Favorit“, sagt Kolbermoors Trainer Michael Fuchs. „Dennoch wissen wir, dass wir Berlin dieses Jahr auch in voller Aufstellung im Pokal geschlagen haben und wir glauben an unsere Chancen.“ Fuchs ist der Meinung, dass sein Team lockerer aufspielen kann als der dreimalige Triple-Sieger aus der Hauptstadt: „Die Bundesliga ist Berlins letzte Chance auf einen Titel, das heißt, der Druck liegt wohl eher bei ihnen – wir gehen entspannt in das Finale und versuchen, unseren Titel zu verteidigen.“ 

Der Modus ist klar und eindeutig: Sieger ist, wer mindestens eine Partie gewonnen und ein Remis erspielt hat. Steht es nach Hin- und Rückspiel unentschieden, kommt es am Freitag, 24. Mai, zum Entscheidungsspiel in Berlin.

Hinspiel: Freitag, 18.30 Uhr: SV DJK Kolbermoor – ttc berlin eastside

Rückspiel: Sonntag, 16 Uhr: ttc berlin eastside – SV DJK Kolbermoor

Das komplette Geschehen an beiden Spieltischen ist auch im Livestream von Sportdeutschland.TV zu verfolgen.

Links

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Play-off-Statistik auf den click-TT-Seiten des DTTB

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Text & Foto Pota/Ekholm: Dr. Stephan Roscher

Teamfoto SV DJK Kolbermoor: Verein

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