Kolbermoor doppelt gefordert, Bad Driburg will Platz 2 festigen

Von Autor|Januar 10, 2020|bundesliga|0 Kommentare

Der SV DJK Kolbermoor will wenigstens noch Platz zwei in der Bundesliga erreichen und darf sich dazu keinen Patzer mehr erlauben. Die Aufgabe in Busenbach erscheint lösbar, doch tags darauf in Böblingen könnte es eng werden. Der TuS Bad Driburg möchte dagegen im Heimspiel gegen den TSV Langstadt den Platz direkt hinter berlin eastside festigen.

Samstag, 18.30 Uhr: TV Busenbach – SV DJK Kolbermoor

Drei Punkte erst hat Final-Four-Halbfinalist Busenbach auf dem Konto. Weitere Zähler werden dringend im Kampf um den Klassenerhalt benötigt. Doch ob daraus ausgerechnet gegen den ambitionierten Klub aus Oberbayern etwas wird, der auch in Pforzheim einen soliden Eindruck hinterließ, erscheint äußerst fraglich. Seine letzten drei Heimspiele hat der TVB allesamt mit Pech 4:6 verloren. Dass man gegen Kolbermoor so nahe an einen Punktgewinn kommt, ist eher unwahrscheinlich.

Tanja Krämer ist im vorderen Paarkreuz immer für einen Punkt gut.

„Wir sind klarer Außenseiter und für den Fall, dass Kolbermoor komplett mit Lily Zhang antritt, wird für uns wenig zu holen sein“, beurteilt Jessica Göbel die Situation realistisch. „Wir werden alles geben und am Ende sehen, zu was es reicht. Neben Berlin ist Kolbermoor die klare Nummer zwei – somit nicht das Spiel, in dem wir punkten müssen.“

„Gegen Busenbach sind wir Favorit, dennoch nehmen wir es nicht auf die leichte Schulter“, sagt Kolbermoors Trainer Michael Fuchs. „Göbel und Krämer sind nie einfach zu spielen und sind auch ein eingespieltes Doppel.“

Kristin Lang will mit ihrem Team am Wochenende vier Punkte einfahren.

Sonntag, 10.30 Uhr: SV Böblingen – SV DJK Kolbermoor

Die SVB-Frauen haben sich für ihr erstes echtes Heimspiel seit drei Monaten im Böblinger Tischtenniszentrum einiges vorgenommen. Denn die letzten beiden Heimpartien trugen die Böblingerinnen in der Fremde aus. Im Oktober vor 300 Zuschauern in Mönsheim, im November vor gar 350 Besuchern in Calmbach. Die SV Böblingen hat eine für ihre Verhältnisse großartige Vorrunde hingelegt. Trainer Volker Ziegler freut sich deshalb auf eine gute Kulisse: „Ich denke, dass wir durch unsere guten Leistungen inzwischen auf jeden Fall sehenswert sind.“ Vier Siege in der Vorrunde bedeuten 8:8 Punkte, damit ist man sogar Tabellennachbar des aktuellen Dritten Kolbermoor. In der Hinrunde gewann Kolbermoor mit 6:2 gegen Böblingen.

Xu Yanhua hat zur Rückrunde den Platz mit Mitsuki Yoshida getauscht und ist jetzt die neue Nummer zwei. Rosalia Stähr hat geheiratet und heißt jetzt Behringer – herzlichen Glückwunsch! Qianhong Gotsch bestritt bei der letzten Partie gegen Schwabhausen ihr 666. Bundesliga-Einzel für die SV Böblingen. 557 davon hat sie gewonnen (Erfolgsquote knapp 84 Prozent!). Volker Ziegler vertraut am Sonntag auf das Erfolgsquartett vom 6:4 gegen Schwabhausen. Qianhong Gotsch, Mitsuki Yoshida, Rosalia Behringer und Annett Kaufmann werden an den Tischen stehen.

Böblingens Rekordspielerin Qianhong Gotsch.

„Böblingen ist für mich ein sehr schwerer Gegner“, so SV DJK-Trainer Michael Fuchs.  „Gotsch ist immer gut für drei Punkte und auch Mizuki Yoshida ist gefährlich, sie hatte in der Vorrunde häufig knappe Niederlagen im fünften Satz. Im unteren Paarkreuz muss man schauen, wer zum Einsatz kommt. Hier sehe ich aber generell Vorteile für uns. Ich denke, es wird ein knappes Spiel auf uns zukommen.“

Samstag, 14.00 Uhr: TuS Bad Driburg – TSV Langstadt

Es ist bisher die Saison des TuS Bad Driburg, der sich mit überragenden Leistungen den aktuell zweiten Tabellenplatz verdient hat. Eine schwere Aufgabe erwartet daher den Pokalhalbfinalisten Langstadt zum Rückrundenstart. In Bad Driburg wird es ganz schwer, etwas Zählbares mitzunehmen. Zum Saisonauftakt hatte der TSV vor heimischer Kulisse den Ostwestfälinnen zu einem damals etwas überraschenden 6:3-Sieg gratulieren müssen. Doch dann spielten die Driburgerinnen sensationell gut weiter und unterlagen lediglich der „Übermannschaft“ berlin eastside. Der Sportliche Leiter Manfred Kämmerer spricht voller Respekt vom Gegner: „Bad Driburg hat eine bärenstarke Vorrunde gespielt und dabei sogar den Mitfavoriten aus Kolbermoor geschlagen. Es versteht sich von selbst, dass wir da nur Außenseiter sind.“

Die Vorrunde lief bekanntlich nicht optimal für die Südhessinnen. „Den einen oder anderen Punkt hätten wir schon gerne mehr gemacht“, so Coach Thomas Hauke. „Wir hoffen, dass wir in der Rückrunde von Verletzungen weitestgehend verschont bleiben, und wollen so früh wie möglich versuchen, den Abstand zu den Abstiegsrängen zu vergrößern.“ Ob jedoch gerade beim Tabellenzweiten eine Überraschung gelingt, scheint fraglich, zumal die Langstädter Aufstellung nach Angaben des Sportlichen Leiters noch einige Fragezeichen aufwirft.

Der TSV Langstadt macht vor der Partie keine Angaben zur Aufstellung, auch nicht, ob die zuletzt an einer fiebrigen Erkältung laborierende Petrissa Solja spielen wird.

Der TuS nimmt die Aufgabe hoch fokussiert in Angriff. „Wir erwarten ein ganz enges Spiel auf Augenhöhe und wissen um die besondere Stärke der Langstädter im oberen Paarkreuz“, sagt Manager Franz-Josef Lingens im Vorfeld. „Natürlich wollen wir unsere tolle Serie fortsetzen, werden aber wohl kaum wie in der Hinrunde alle engen Spiele gewinnen können. Ein Unentschieden wäre aber auch gut, um den Abstand zum vierten Platz zu wahren, damit insgesamt zumindest Platz drei verteidigt wird.“ Personell kann man aus dem Vollen schöpfen: „Alle unsere fünf Spielerinnen sind fit und werden mit Sicherheit hochmotiviert in die Rückrunde starten.“

Beitragsbild oben: Britt Eerland peilt mit dem TuS Bad Driburg den nächsten Bundesligasieg an.

Text & Fotos (5): Dr. Stephan Roscher

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