Das Tischtennis-Bundesliga ABC der Hinrunde: TuS Bad Driburg steuert auf Play-off-Kurs

Von at|Dezember 20, 2018|bundesliga, Home, Vereinsnews|0 Kommentare

Von Meister-Siegen und Pokal-Jubel

Bad Driburg (WB). Der TuS Bad Driburg ist erstmals in der Vereinsgeschichte Vize-Herbstmeister der Tischtennis-Bundesliga – und damit erster Verfolger des großen Favoriten aus Berlin. In der zweiten Saisonhälfte wollen die Driburger den Einzug in die Play-off-Runde perfekt machen. Dabei war die Hinrunde nicht immer einfach.

Neuzugang Britt Eerland (rechts) hat sich schnell beim TuS Bad Driburg eingelebt und die Erwartungen erfüllt. Zusammen mit Sarah DeNutte stellt sie nach der Hinrunde sogar das beste Doppel der gesamten Liga. Das Duo musste sich nur ein einziges Mal geschlagen geben. In der Rückrunde will das Team den Play-off-Einzug perfekt machen. Foto: Sylvia Rasche

A uftakt: Das erste Heimspiel der Saison ging gründlich daneben. 2:6 verloren die Driburger in einem engen West-Derby gegen Anröchte. »Wir haben vier Spiele mit zwei Punkten Unterschied im fünften Satz abgegeben. Das hätte auch anders ausgehen können«, war Manager Franz-Josef Lingens enttäuscht.

B ollmeier: Nach ihrer Babypause ist Nadine Bollmeier in dieser Saison endgültig zurück an alter Wirkungsstätte. Ihre Routine hilft dem Team nicht nur am Tisch, sondern auch an der Box. Die Tipps der A-Lizenz-Trainerin in den Satzpausen wissen ihre Teamkolleginnen zu schätzen.

C hampions League: Nach zwei Jahren in der Königsklasse hat der TuS Bad Driburg in dieser Saison vorwiegend aus finanziellen Gründen auf die europäische Bühne verzichtet und konzentriert sich ganz auf die Bundesliga und den Pokal.

D eNutte: Die luxemburger Nationalspielerin Sarah DeNutte ist seit dem zweiten Bundesligaaufstieg 2014 fester Bestandteil des Teams. Sie hat sich zu Saisonbeginn schwer getan, ist inzwischen aber zu alter Stärke zurückgekehrt. Nach einem 0:7-Start hat sie sechs ihrer letzten sieben Einzel gewonnen.

E erland: Der Neuzugang aus den Niederlanden hat in der ersten Halbserie voll und ganz überzeugt. Vor allem gegen die beiden Topfavoriten aus Berlin und Kolbermoor hat Britt Eerland alle vier Spitzeneinzel gewonnen und hat insgesamt eine 8:5-Bilanz erspielt.

F inal-Four: Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte hat sich der TuS Bad Driburg für das Final-Four um den Deutschen Pokal qualifiziert. Am 6. Januar gehen die Driburger als Vizepokalsieger in Berlin ins Rennen. Gegner im Halbfinale ist ausgerechnet Abosieger und Gastgeber TTC Berlin.

G otsch: Auf die Ex-Europameisterin aus Böblingen dürfen sich die Driburger Fans in der Rückrunde freuen. Mit 50 Jahren ist Abwehrass Hongi Gotsch die erfolgreichste Spielerin der Hinrunde, hat kein einziges Einzel verloren und dabei fast die gesamte deutsche Nationalmannschaft besiegt. Böblingen gastiert am Sonntag, 13. Januar, unter der Iburg.

H eimspiele: Davon gibt es in der Rückrunde mehr. Nur dreimal trat der TuS in der ersten Halbserie zu Hause auf. In der Rückrunde schlagen unter anderem Meister Kolbermoor (17. März) und Meisterschaftsfavorit Berlin (20. Januar) in der Grundschulhalle auf.

I nternet: Busenbach war der Vorreiter. Kolbermoor und nun auch der TuS Bad Driburg haben nachgezogen. Im letzten Hinrundenspiel haben die Badestädter als dritter Bundesligist ihr Heimspiel live im Internet übertragen. Auf der Facebook-Seite des Vereins wurde einer der beiden Tische durchgehend gestreamt.

J ubel: Mit Jubel in der Pokal-Qualifikation startete der TuS Bad Driburg im September ins neue Spieljahr. In einem echten Krimi-Match besiegten Eerland und Co. den SV Böblingen im entscheidenden Duell mit 3:2 und zogen so ins Final-Four ein. Wie knapp die Partie war, zeigen die gespielten Punkte von 199:198 für Driburg.

K lee: Die jüngste Driburger Spielerin ist gerade 15 Jahre alt und im zweiten Jahr in der Bundesliga aktiv. Im Duell der Spielerinnen an Position vier hat Sophia Klee vier wichtige Siege für den TuS verbucht. »Sie hat uns einmal ein Remis und dreimal den Sieg damit gerettet«, lobt Manager Franz-Josef Lingens das Nachwuchsass.

L ingens: Der Macher ist der dienstälteste Manager der Tischtennis-Bundesliga. Seit 1997 ist er ununterbrochen in der ersten und zweiten Liga verantwortlich. Franz-Josef Lingens ist der Vater des Erfolges in Bad Driburg und auch mit inzwischen 72 Jahren voller Tatendrang.

M eister: Keine Angst vor dem amtierenden Deutschen Meister hat der TuS Bad Driburg gezeigt, hat in Kolbermoor frech aufgespielt und ist mit dem Sieg belohnt worden. Im Meisterteam der Bayern stehen mit Kristin Lang, Svetlana Ganina und Katharina Michajlova übrigens drei Ex-Driburgerinnen.

N ina Mittelham: Nach sechs Jahren hat Mittelham den TuS Bad Driburg vor der Saison Richtung Berlin verlassen und dort mit starken Leistungen zur Herbstmeisterschaft beigetragen. Ein Wiedersehen mit der amtierenden Doppel-Europameisterin gibt es am Sonntag, 20. Januar, beim Gastspiel der Hauptstädter in Bad Driburg.

O lympia: Das Traumziel jedes Sportlers. Aus dem aktuellen Driburger Team durfte Britt Eerland schon einmal bei den Olympischen Spielen aufschlagen und hat – wie auch Sarah DeNutte – Japan 2020 ganz oben auf ihrem Wunschzettel.

P lay-offs: Die ersten sechs Mannschaften der Liga qualifizieren sich für die Play-offs. Der TuS Bad Driburg, der in der Vorsaison nur knapp am Halbfinale vorbeischrammte, ist auf dem besten Weg dorthin. »Die Play-offs bereichern die Liga. Ich hoffe, dass wir wieder dabei sind und diesmal bis ins Halbfinale kommen«, sagt Manager Franz-Josef Lingens, ein bekenneder Fan dieser Meisterrunde.

Q uali: Britt Eerland hat sich erstmals in ihrer Laufbahn für das europäische Ranglistefinale, das Europe-Top-16, qualifiziert. Eine Driburger Spielerin gehörte zuletzt 2005 zu diesem erlauchten Kreis der besten Europäerinnen. Damals schaffte Svetlana Ganina die Qualifikation.

R angliste: Sarah DeNutte und Britt Eerland stehen in der Doppelrangliste der Bundesliga ganz oben. 6:1-Siege haben sie in der Hinrunde erreicht. Nadine Bollmeier und Sophia Klee weisen eine 3:4-Bilanz auf. »Endlich haben wir mal zwei schlagkräftige Duos«, freut sich Franz-Josef Lingens. In der Vorsaison hatte sich vor allem Klee immer wieder auf wechselende Partnerinnen einstellen müssen. Alle vier Driburgerinnen gelten übrigens als sehr gute Doppel-Spezialistinnen.

S erie: Trotz aller Erfolge in der Hinrunde blieb eine Negativserie weiter bestehen. Seit Mai 2016 hat der TuS gegen den TV Busenbach nicht mehr gewonnen. »Wir waren wieder ganz nah dran«, sagte Franz-Josef Lingens nach dem 5:5 vor mehr als 400 Fans in Sinsheim. In der Rückrunde wollen die Driburgerinnen zu Hause einen Sieg landen (Termin: 24. Februar).

T opspiel: Zweiter gegen Dritter hieß es am dritten Advent in der Grundschulhalle im Topspiel um den inoffiziellen Herbstmeistertitel. Den holte sich Driburg mit einem ungewohnten 5:2-Sieg gegen Bingen. Beide Teams mussten verletzungsbedingt Spiele abgeben. Das Spitzeneinzel konnte gar nicht ausgetragen werden und kam so auch nicht in die Wertung. In der Halle trennten sich die Teams 5:4, am Dienstag wurde die Partie in 5:2 für Driburg umgewertet, da der fünfte Punkt zum Sieg reichte und somit die beiden letzten Einzel nicht mehr hätten ausgetragen werden müssen.

U nentschieden: Ein 5:5 gegen Topfavorit Berlin war für Driburg ein idealer Start in die Saison. Mit einem solchen Ergebnis würden die Badestädter ihr Publikum beim Heimspiel gegen den dreifachen Champions-League-Sieger am Sonntag, 20. Januar, gerne verwöhnen.

V an der Leur-Creemers: Die Niederländerin, die in der Vorsaison gleich sechsmal eingesprungen ist, steht nach wie vor auf der Meldeliste des Bundesligisten. In der Hinrunde blieb Driburg aber von vorhersehbaren Personalsorgen verschont, so dass sie nicht eingreifen musste. Das gleiche gilt für die gebürtige Chinesin Yan Su, in der Vorsaison fünfmal ran musste.

W eltrangliste: Mit Platz 39 im November erreichte die Driburgerin Britt Eerland die beste Platzierung ihrer Laufbahn. Im Dezember stand die auf Rang 41. Sarah DeNutte ist 71. Sophia Klee wird in der U18-Rangliste auf Platz 80 geführt, da sie erst drei Turniere in diesem Bereich gespielt hat. Für sie dürfte es 2019 steil nach oben gehen.

Z ukunft: Kann der TuS Bad Driburg den zweiten Tabellenplatz in der Rückrunde verteidigen? In jedem Fall steht eine intensive Rückrunde bevor. »Es ist so ausgeglichen, dass fast alle Spiele offen sind«, sagt Manager Franz-Josef Lingens.

 

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