Bad Driburg sichert sich die Vize-Herbstmeisterschaft

Von Autor|Dezember 17, 2018|bundesliga|0 Kommentare

Update 19.12.2018: Der Deutsche Tischtennis-Bund hat das Endergebnis der Partie in Bad Driburg inzwischen gemäß seinem Regelwerk auf 5:2 für den TuS korrigiert. Mit dem Sieg von Sarah de Nutte gegen Yuan Wan war klar, dass die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim kein Remis mehr erreichen konnte. Somit musste nicht weitergespielt werden. Folglich sind die letzten beiden Matches, die zugunsten Bingens endeten, nicht mehr in die Wertung gekommen.

 

TuS Bad Driburg – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim 5:4 5:2

Man hatte auch in Bad Driburg beim Duell der Tabellennachbarn gegen Bingen/Münster-Sarmsheim auf eine spannende, hochklassige Partie gehofft, ähnlich wie am Vorabend in Waldbronn zwischen Busenbach und Langstadt. Doch aufgrund besonderer Umstände – man könnte auch von höherer Gewalt sprechen – ging es zwar eng zu, doch es war kein prickelndes Topspiel. Alle hatten sich zum Jahresabschluss in der bisher so tollen, spannenden Liga keine Begegnung mit vier abgeschenkten Matches gewünscht.

Beide Spitzenspielerinnen waren nicht einsatzfähig, Ersatz konnte kurzfristig nicht mehr beschafft werden. Chantal Mantz musste im Gästeteam aufgrund einer Entzündung im Brustmuskelbereich mit ärztlichem Sportverbot pausieren, Britt Eerland beim Gastgeber wegen Schmerzen im Fuß und der Angst, bei einem falschen Tritt ein hohes Risiko einzugehen.

Somit fielen ein Doppel sowie drei Einzel ins Wasser. Fünf Matches wurden tatsächlich gespielt, am Ende hatte der TuS mit 5:4 die Nase vorn. Da das Duell der beiden Topspielerinnen nicht möglich war und kein Team auf sechs Punkte kam, wurde – dem Reglement entsprechend – das gewertet, was auf dem Bogen stand. Und das reichte dem Gastgeber zur Vize-Herbstmeisterschaft mit 10:4 Punkten, zwei Zähler hinter Ligaprimus ttc berlin eastside und einen Punkt vor dem dritten aus Bingen/Münster-Sarmsheim. Sportliche Sieger fanden folgende Matches, die ein 3:3 erbrachten, so dass die kampflosen Spiele (2:1 für Bad Driburg) die Entscheidung herbeiführten:

Nadine Bollmeier/Sophia Klee – Marie Migot/Giorgia Piccolin 0:3 (7:11, 8:11, 9:11)

Nadine Bollmeier – Giorgia Piccolin 3:0 (11:6, 11:8, 11:3)

Sophia Klee – Marie Migot 3:0 (11:8, 11:2, 11:8)

Sarah de Nutte – Yuan Wan 3:1 (11:8, 9:11, 11:7, 11:8)

Nadine Bollmeier – Marie Migot 1:3 (11:8, 6:11, 9:11, 4:11)

Sophia Klee – Giorgia Piccolin 1:3 (11:8, 14:16, 9:11, 7:11)

Franz-Josef Lingens, Manager des TuS Bad Driburg, war trotz der beiden Punkte nicht glücklich, wie die Partie abgelaufen ist. „Es sollte so ein schönes Spiel werden, aber es wurde ein merkwürdiges, nicht zufriedenstellendes Spiel. Da konnte dann auch keine richtige Freude über den nun tatsächlich gelungenen 2. Platz zur Halbzeit aufkommen.“ Lingens schilderte die Abläufe wie folgt: „Britt Eerland kam am Morgen in die Halle und sprach von Schmerzen im Fuß. Sie hat sich dann eingespielt und wollte im Doppel testen, ob es geht. Da dort Bingen aber nicht antrat, sah sie keine Notwendigkeit, eine schlimmere Verletzung zu riskieren und trat genau wie Chantal Mantz im Einzel nicht mehr an.“ Zudem hätte man das nicht gewertete Spitzeneinzel auch noch für sich verbuchen können, wenn man es darauf angelegt hätte. „Nach der kampflosen Abgabe gegen Wan hätte Britt gegen Chantal auch ein paar Bälle versuchen können, um dieses Einzel kampflos für uns zu gestalten. Davon haben wir aber aus Fairnessgründen abgesehen.“ Lingens wollte aber auch das Sportliche nicht unerwähnt lassen. „In Runde eins „unten“ haben Nadine Bollmeier und Sophia Klee sehr gut gespielt und ihre Matches klar gewonnen“, so der TuS-Chef. „Aber es wurde nochmal eng, obwohl wir aus drei ausstehenden Spielen nur noch einen Sieg brauchten. Dieser gelang dann Sarah De Nutte mit 3:1 gegen Wan in einem sehr schönen Spiel.“

Erst recht nicht glücklich mit den Abläufen war Joachim Lautebach. „Wir erhielten am Freitag die Nachricht, dass Chantal Mantz wegen einer Entzündung im Brustmuskelbereich vom Arzt Sportverbot erhalten hat. Da wir keine Ersatzspielerin besorgen konnten, war klar, dass Chantal abschenken musste“, so der TTG-Vorsitzende. „Wir haben das unserem Gegner und dem Oberschiedsrichter frühzeitig bekannt gegeben. So ging das erste Doppel kampflos an Bad Driburg. Erst vor den Einzeln erfuhren wir, dass auch Britt Eerland ihre Spiele verletzungsbedingt nicht bestreiten konnte. Es wäre fair gewesen, uns das auch vor Spielbeginn zu sagen.“ Lautebach fügte hinzu: „Eigentlich hätte ein solches Spiel keinen Sieger verdient gehabt.“ Aber der Ärger über den unglücklichen Verlauf des Spiels solle die Zufriedenheit über die gute Vorrunde der radikal verjüngten Mannschaft nicht schmälern. „Außerdem steht ja schon in drei Wochen das Final Four an – und darauf wollen wir uns nun konzentrieren“, so Lautebach. „Wir hoffen, dass Chantal bis dahin wieder fit ist.“

Betrachtet man die Zwischenbilanzen, kommt man zu dem Ergebnis, dass Bingens Trümpfe im hinteren Paarkreuz lagen, wo Marie Migot (8:5) und Neuzugang Giorgia Piccolin (7:3) zu gefallen wussten. Zudem war auf das prächtig harmonierende Doppel Mantz/Wan (5:1) fast immer Verlass. Bad Driburg verdankt den guten Tabellenplatz nicht zuletzt der Niederländerin Britt Eerland, die vorne 8:5 spielte, eigentlich 8:4, wenn man das kampflos abgegebene Match vom Sonntag herausrechnet. Sarah de Nutte (6:8) hat sich nach schwachem Start gefangen, während Nadine Bollmeier hinten knapp positiv spielte (7:6). Die 15-jährige Sophia Klee hat nicht enttäuscht und immerhin fünf Matches gewonnen (5:8). Spitze ist das Doppel Eerland/de Nutte, das wie Mantz/Wan auf eine 5:1-Bilanz kam – das kampflos gewonnene Match gegen Bingen nicht eingerechnet.

Marie Migot gewann ihr Einzel gegen Nadine Bollmeier sowie zusammen mit Giorgia Piccolin das Doppel gegen Bollmeier/Klee.

Beitragsbild oben: Nadine Bollmeier gewann ihr Match gegen die italienische Meisterin Giorgia Piccolin.

Text & Fotos: Dr. Stephan Roscher

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