Trotz 0:2 in den Doppeln: Kolbermoor gewinnt Bundesliga-Kracher gegen Berlin

Von Stephan Roscher|September 21, 2026|bundesliga

SV DJK Kolbermoor – ttc berlin eastside 6:4

150 zufriedene Zuschauer in der B2X-Arena erlebten eine spannende, umkämpfte Partie von mehr als drei Stunden mit Happyend für den Gastgeber, der sich trotz verlorener Doppel in starker Frühform präsentierte. Nach dem Auftakt mit den verpatzten Doppeln – man kennt diese Probleme in Kolbermoor aus der letzten Saison, wobei der ttc eastside allerdings auch über gut funktionierende Doppel-Kombinationen verfügt -, hatten nicht viele Heimfans daran geglaubt, dass der SV DJK die Partie noch umbiegen und sich mit einem 6:4-Erfolg die ersten beiden Zähler der Saison sichern würde.

Im Spitzenpaarkreuz war Annett Kaufmann wieder einmal voll auf der Höhe, die allerdings gegen eine bis dahin sehr gut spielende Josi Neumann bange Momente zu überstehen hatte und mit 1:2 Sätzen zurücklag, dann jedoch die Schlagzahl erhöhte und die nachfolgenden beiden Durchgänge noch deutlich gewann. Gegen die Polin Natalia Bajor, letzte Saison eine zuverlässige Punktesammlerin, hatte das DTTB-Ass allerdings wenig Mühe und siegte mit 11:2, 11:8, 11:6 souverän.

Überzeugend präsentierte sich auch die bei ihrem Bundesligadebüt überzeugende 21-jährige Taiwanerin Chi-Shiuan Chen, die letzte Saison noch in Österreichs erster Liga für Kufstein aufgeschlagen hat und gegen den Serienmeister etwas überraschend die volle Ausbeute verbuchte. Das recht ausgeglichene Match gegen Bajor brachte Chen mit 11:7 im Entscheidungssatz nach Hause, während sie später gegen Neumann erstaunlich wenig wenig Mühe hatte, zum zwischenzeitlichen 5:3 zu punkten.

Das war in der Tat das entscheidende Manko beim favorisierten Titelverteidiger im Auftaktspiel der Saison 2026/27: Ohne seine Spitzenkräfte Nina Mittelham und Xiaona Shan angereist, ging man im Spitzenpaarkreuz vollkommen leer aus. Jedoch auch hinten trumpfte nur eine Spielerin des Hauptstadtklubs auf, nämlich Sabina Surjan, die gegen Enisa Sadikovic (3:0) und Alina Zavarykina (3:2) nichts anbrennen ließ. Beide konnten jedoch ihre Matches gegen das 16-jährige eastside-Talent Lilian Ma gewinnen, das jeweils in vier Sätzen unterlag.

Für den letzten Punkt und die Entscheidung zugunsten des Gastgebers sorgte die aus Weinheim gekommene 19-jährige Luxemburgerin Sadikovic mit ihrem11:8, 11:7, 7:11, 11:6 über Lilian Ma.

In den Doppeln waren Neumann/Surjan (3:1 gegen Kaufmann/Sadikovic) und Bajor/Ma (3:2 gegen Chen und die für die Einzel nicht aufgebotene Serbin Tijana Jokic), die für den Hauptstadklub erfolgreich, doch zwei Siege in acht Einzeln waren definitiv zu wenig, um Punkte mitzunehmen.

Das stieß auch eastside-Manager Andreas Hain übel auf, der mit der Leistung seines Quartetts alles andere als zufrieden war: „Eine wirklich schwache Leistung von uns! Insbesondere Natalia Bajor und vor allem Lilian Ma haben enttäuscht. Zumindest Sabina Surjan war in Normalform und auch Josi Neumann hat ein starkes Spiel gegen Kaufmann abgeliefert. Leider hatte sie mit einer Blasenentzündung zu kämpfen, so hat am Ende die Kraft gefehlt.“

In den Doppeln lief es noch gut für die Gäste, das eingespielte Duo Josi Neumann/Sabina Surjan wusste zu gefallen (Achivbild Roscher).

Dr. Michael Fuchs, Kolbermoors Cheftrainer, war dagegen sehr zufrieden mit seinen Spielerinnen und freute sich über die nicht eingeplanten beiden Punkte. „Natürlich ein super Saisonauftakt für uns. Ich denke, wir haben heute großes Kämpferherz und Teamspirit gezeigt“, so Fuchs. „Den Start wieder einmal verhauen, auch wenn unsere beiden Doppel ganz ordentlich gespielt haben, aber am Ende steht erneut ein 0:2 zu Buche und wir laufen einem Rückstand hinterher. Dass wir dann aber überhaupt nochmal zurückkommen konnten, verdanken wir unserem vorderen Paarkreuz. Auf Annetts Qualitäten haben wir natürlich gehofft und da hat sie heute mal wieder großen Kampfgeist gezeigt und das wichtige Spiel gegen Josi noch gedreht. Gegen Natalia hat sie komplett überzeugt und das Spiel klar dominiert.“  Besonders angetan war Fuchs von seiner Debütantin im vorderen Paarkreuz: „Etwas überraschend, natürlich im positiven Sinne, war für mich die Leistung von Chi-Shiuan. Für ihr erstes Bundesligaspiel hat sie das super gemacht – sie war für mich heute der Matchwinner mit dem knappen Sieg über Natalia und einem sehr dominanten Sieg gegen Josi.“ Fuchs zu seinen an den Positionen drei und vier aufgebotenen Spielerinnen: „Im unteren Paarkreuz kam uns natürlich entgegen, dass Berlin mit Ersatz gekommen ist. Lilian Ma hat aber ein unangenehmes Materialspiel und das haben sowohl Alina als auch Enisa sehr gut gelöst. Gegen Sabina war es für beide sehr schwer, was für mich aber keine Überraschung ist, da Sabina gerade in der Bundesliga immer sehr gut spielt und im unteren Paarkreuz eine Bank ist.“ Fazit und Ausblick aus Kolbermoorer Sicht: „Insgesamt sind wir natürlich sehr glücklich, dass wir mit einem Sieg gegen den amtierenden Deutschen Meister in die Saison starten konnten und wollen an diese Leistung am kommenden Doppelspiel-Wochenende gegen Langenselbold und Fürstenfeldbruck anknüpfen.“

Der ttc berlin eastside wird dagegen vermutlich erst wieder am 25.10. an die Tische gehen, nämlich gegen den TSV Dachau 65 in der Neuauflage des letzten Meisterschaftsfinales. Ein attraktives Heimspiel, bei dem man einiges ausbügeln möchte. Vermutlich im Übrigen deswegen, weil zuvor eigentlich noch die Partie gegen Bingen ausgetragen werden sollte, terminliche Probleme aber zu einer Verlegung führen, neuer Termin noch unbekannt.

Beitragsbild oben: Sieger-Selfie Kolbermoor (Foto Verein).

Links

Diesen Beitrag teilen: