B2X Finals in Kolbermoor: Berlin und Weinheim stehen nach packenden Halbfinals im Endspiel

Von Stephan Roscher|Januar 11, 2026|Pokal

Bei den Deutschen Damen-Pokalmeisterschaften in Kolbermoor erlebten rund 500 Tischtennisfans am Sonntagvormittag einen tollen, dramatischen Einstieg ins Final Four. Beide Halbfinal-Begegnungen waren hoch spannend und sehr umkämpft, beide fanden erst im abschließenden Doppel ihren Sieger. Vor 500 Tischtennisfans in der B2X Arena besiegte Titelverteidiger ttc berlin eastside Gastgeber SV DJK Kolbermoor ebenso mit 3:2 wie der TTC 46 Weinheim den TSV Langstadt. Es kommt folglich zur Neuauflage des brisanten Meisterschaftsfinales vom Juni 2025, diesmal aber um den Titel des Deutschen Pokalmeisters (Spielbeginn circa 15.15 Uhr).

SV DJK Kolbermoor – ttc berlin eastside 2:3

Ein tolles, hochklassiges Spiel sowie – selbst wenn es abgedroschen klingen mag – eine Werbung für das Damen-Tischtennis im Allgemeinen sowie die 1. Bundesliga im Besonderen. In den Einzeln waren beide Teams auf Augenhöhe und schenkten sich nichts. Annett Kaufmann, die im Auftakteinzel keine Geringere als Xiaona Shan besiegt hatte, hatte bei 2:1-Führung ihres Teams die große Chance, Kolbermoor ins Finale zu führen, nachdem die bärenstarke Taiwanerin Huang Yu-Chiao ihr Match gegen Nina Mittelham in fünf wahnsinnig spannenden Sätzen gewonnen hatten. Doch ihre Gegnerin Yuka Kaneyoshi, die zuvor relativ locker Kolbermoors Russin Alina Zavarykina besiegt hatte, behielt die Nerven, auch als die deutsche Nationalspielerin den ersten Satz gewonnen hatte. Mit ihrem virtuosen Defensivspiel und immer wieder eingestreuten Angriffsbällen im richtigen Moment, gewann die junge Japanerin die nachfolgenden drei Sätze und schaffte den für Berlin in dieser Situation geradezu existenziellen Ausgleich. In das Doppel gingen die Hauptstädterinnen nämlich als klare Favoriten und wurden letztlich ihrer Rolle auch gerecht, auch wenn Nina Mittelham und Sabina Surjan gegen Ende des Matchs doch ziemlich zu kämpfen hatten, um die Kolbermoorer Kombination Huang Yu-Chiao/Tijana Jokic in vier Durchgängen in die Schranken zu weisen. Beim Satzstand von 1:2 legten Huang/Jokic eine 6:2-Führung vor. konnten diese aber nicht ins Ziel bringen. Der Gastgeber und Turnierdurchführer aus Oberbayern ist nach großer Leistung unglücklich ausgeschieden und kann stolz sein auf das, was er den Fans in den B2X Finals geboten hat.

Annett Kaufmann – Xiaona Shan 3:2 (8:11, 11:2, 13:15, 11:9, 11:7)

Alina Zavarykina – Yuka Kaneyoshi 0:3 (9:11, 7:11, 6:11)

Huang Yu-Chiao – Nina Mittelham 3:2 (8:11, 11:9, 9:11, 11:9, 12:10)

Annett Kaufmann – Yuka Kaneyoshi 1:3 (11:9, 8:11, 8:11, 6:11)

Huang Yu-Chiao/Tijana Jokic – Nina Mittelham/Sabina Surjan 1:3 (3:11, 7:11, 11:5, 9:11)

TTC 1946 Weinheim – TSV Langstadt 3:2

Es zeigt sich bereits in diesem Turnier, wie wichtig die Verpflichtung von Veronika Matiunina für den TTC 46 Weinheim war, der damit nach den vielen personellen Sorgen in der ersten Bundesliga-Halbrunde endlich wieder eine schlagkräftige Truppe beisammen hat, die gegen keinen Gegner chancenlos ist. Wenn die ambitionierte Ukrainerin wie gegen Langstadt ein Match gewinnt – Matiunina besiegte zum Auftakt Franziska Schreiner, auch weil sie die nervenstärkere Spielerin war -, ist Weinheim auf Kurs. Zwar blieb sie in ihrem zweiten Einzel gegen die heute überragende und gegenüber dem Vortag deutlich verbesserte Orawan Paranang ohne echte Chance, doch durch Matiuninas Auftakterfolg war gewährleistet, dass die Nordbadenerinnen ins Doppel kamen. Natürlich auch, weil die solide Spielende Taiwanerin Chien Tung-Chuan Chantal Mantz nach durchwachsenem Beginn noch gut in den Griff bekam (3:1). Da half es den Hessinnen letztlich eben auch nicht, dass Paranang das zweite Match der Partie gegen Yuan Wan relativ ungefährdet in vier Sätzen gewinnen konnte. Im Doppel nämlich hatten die Weinheimerinnen eindeutig die besseren Karten und die prächtig harmonierenden Yuan Wan und Chien Tung-Chuan zogen ihr Ding auch durch und gewannen mit 11:7, 11:8 und 11:7 gegen das diesmal leicht überfordert wirkende Duo Franziska Schreiner/Lorena Morsch, das am Vorabend mit seinem Sieg gegen Bingens Asse Rakovac/Kuzmina noch riesigen Jubel im Langstädter Lager ausgelöst hatte. Nach insgesamt guten, engagierten Leistungen konnten die Langstädterinnen das Turnier dennoch erhobenen Hauptes verlassen.

Veronika Matiunina – Franziska Schreiner 3:1 (10:12, 11:7, 12:10, 13:11)

Yuan Wan – Orawan Parananang 1:3 (4:11, 11:6, 9:11, 5:11)

Chien Tung-Chuan – Chantal Mantz 3:1 (5:11, 11:8, 11:7, 11:7)

Veronika Matiunina – Orawan Paranang 1:3 (7:11, 11:5, 3:11, 7:11)

Yuan Wan/Chien Tung-Chuan – Franziska Schreiner/Lorena Morsch 3:0 (11:7, 11:8, 11:7)

FINAL FOUR (Sonntag, den 11.01.)

Halbfinale

SV DJK Kolbermoor – ttc berlin eastside 2:3

TTC 1946 Weinheim – TSV Langstadt 3:2

Finale

ttc berlin eastside – TTC 1946 Weinheim (ca. 15.15 Uhr)

GRUPPENPHASE (Samstag, den 10.01.)

Gruppe A
11 Uhr: TSV Dachau 65 – SV Friedrichsgabe 3:0
13.30 Uhr: TTC 1946 Weinheim – SV Friedrichsgabe 3:0
16 Uhr: TTC 1946 Weinheim – TSV Dachau 65 3:0

Gruppe B
11 Uhr: TTG Bingen /Münster-Sarmsheim – SU Neckarsulm 3:0
13.30 Uhr: TSV 1909 Langstadt – SU Neckarsulm 3:0
16 Uhr: TSV 1909 Langstadt – TTG Bingen /Münster-Sarmsheim 3:2

Gruppe C
11 Uhr: ttc berlin eastside – TuS Fürstenfeldbruck 3:0
13.30 Uhr: ESV Weil – TuS Fürstenfeldbruck 3:1
16 Uhr: ESV Weil – ttc berlin eastside 0:3

Gruppe D
11 Uhr: SV DJK Kolbermoor – TTF Rastatt 3:0
13.30 Uhr: TTC Langweid – TTF Rastatt 2:3
16 Uhr: TTC Langweid – SV DJK Kolbermoor 0:3

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Damen-Pokalmeisterschaften 2026 hier im Livestream

Alle Informationen zum Turnier (Ablauf, Anfahrt, etc.) auf der Webseite des SV DJK Kolbermoor: https://pokal2026.svdjkkolbermoor.de

Live-Ticker

Livestream-Links

Halbfinale Tisch 1: https://www.youtube.com/live/qigZJx2KS1A?si=FiU2wotQygx_JLmU

Halbfinale Tisch 2: https://www.youtube.com/live/aJRRioe2euk?si=PhpOo2DLXRLINm9H

Finale: https://www.youtube.com/live/x6EmxATJs-s?si=C0_3I6yIcPsdCDXO

Beitragsbild oben: Yuka Kaneyoshi avancierte in einem mitreißenden Halbfinale zu Berlins Matchwinnerin (Foto: Dr. Stephan Roscher).

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